Bulletin 48 – advent 2019

Verehrte Leserinnen und Leser,

darüber, dass die Jahrestage in unserer Kirche nicht enden wollen, habe ich schon im letzten Editorial in diesem Sommer geschrieben. Und jetzt kommt ein weiterer Jahrestag, der auch wichtig ist. Er hat zwar kein keinen christlichen Hintergrund, aber er betrifft auch die Christen ganz existenziell, geht es in ihm doch um die Freiheit! Um die Freiheit von uns allen, Bürgern der ehemaligen Tschechoslowakei, die wie bei der samtenen Revolution errungen haben „im samtenen zärtlichen November“ des Jahres 1989. Also gerade vor dreißig Jahren!

Und wie ist es heute? Haben wir immer noch Grund zur Freude? Was und wohin ging uns in den 30 Jahren verloren? Zweifel und Fragen bestätigen uns in einem – der Kampf um die Freiheit endet nie.

Es macht keinen großen Sinn zu beschreiben, was Sie alles im neuen Bulletin erwartet, ein bedeutendes Ereignis möchte ich dennoch erwähnen, und dieses Mal wirklich ein kirchliches Ereignis – die ganz neue evangelische Schule mit dem Namen Filipka, mit deren Direktorin Sie im letzten Bulletin ein Gespräch lesen konnten, wurde im September wirklich feierlich eröffnet. In der Schule geht es fröhlich zu, zufrieden sind die kleinen Schüler und die Lehrer. Hoffen wir, dass dies immer so sein wird. Und hoffen wir auch, dass das neue Bulletin Ihr Interesse weckt.

Der Advent kommt, wir können uns wieder auf Weihnachten freuen, auf das Fest der Geburt von Gottes Sohn, der zu uns gekommen ist, um uns zu begleiten und zu trösten, um uns über dem Wasser zu halten und hauptsächlich um mit uns zu sein und über uns als Vision der kommenden Dinge.

Jana_PliskovaMit dem Wunsch von Gottes

Frieden grüße ich Sie für die ganze Redaktion Jana Plíšková

Hundert Jahre Zusammenarbeit protestantischer Theologen aus Tschechien und der Slowakei

10. Bratislava1In diesem Jahr feiern zwei evangelisch-theologische Fakultäten auf dem Gebiet der früheren Tschechoslowakei die ersten hundert Jahre ihres Bestehens: die heutige Evangelisch-Lutherische Theologische Fakultät der Comenius-Universität in Bratislava und die Evangelisch-Theologische Fakultät der Karls-Universität in Prag. Hundert Jahre Zusammenarbeit protestantischer Theologen aus Tschechien und der Slowakei weiterlesen

Die Entdeckung eines monumentalen judäischen Tempels aus der zweiten Eisenzeit: Eine archäologische Expedition von Studierenden und Lehrenden der Prager Theologischen Fakultät

Tel Masos - NegevIm Frühling dieses Jahres brach eine Gruppe von Studierenden und Lehrenden der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Karlsuniversität (ETF) nach Tel Moca in Israel auf, um zwei Wochen lang an archäologischen Ausgrabungen teilzunehmen. Die Entdeckung eines monumentalen judäischen Tempels aus der zweiten Eisenzeit: Eine archäologische Expedition von Studierenden und Lehrenden der Prager Theologischen Fakultät weiterlesen

Eine Schule – weithin bekannt. Interview mit Ivana Kováčova, Leiterin der Diakonischen Schule in Merklín

IMG_0877.1Manche Familien ziehen wegen dieser Schule sogar über 100 Kilometer um. Als eine von wenigen in der Tschechischen Republik nimmt sie nämlich langfristig Schülerinnen und Schüler mit Autismus auf und sie bietet neben der Ausbildung auch eine Ganztagesbetreuung an. 114 Kinder besuchen die Schule. Eine bestimmte Form von Autismus haben mehr als die Hälfte von ihnen, 80 % der Kinder sprechen nicht und mit den Lehrern kommunizieren sie über das sog. „Bildaustausch-Kommunikationssystem“ (engl. PECS). Mit den Eltern und den Angestellten bildet die Schule eine große Gemeinschaft, wie auch aus dem Gespräch mit ihrer Leiterin Ivana Kováčova hervorgeht. Eine Schule – weithin bekannt. Interview mit Ivana Kováčova, Leiterin der Diakonischen Schule in Merklín weiterlesen

Dreißig Jahre Diakonie der EKBB

foto František Plzák (77)Feste, Musik, Gespräche, Gedenken und Projekte. Das alles fand bei den Feierlichkeiten zum dreißigjährigen Jubiläum der Diakonie statt. Sie begannen professionell mit einem internationalen Seminar mit dem Thema des Wertes diakonischer Arbeit. Es fanden zwei Treffen in der Prager Salvator-Kirche und danach im Zentrum „Prager Kreuzung“ von Dagmar und Václav Havel statt. Musikalisch gestalteten die Feierlichkeiten das Orchester des Konservatoriums der Evangelischen Akademie unter der Leitung von Ladislav Moravetz und Hradišťan, ein weltbekanntes Ensemble, das mährische Folklore mit Weltmusik verbindet. Mit Reden, Grüßen und wünschen traten internationale Gäste, Klienten der Diakonie und Gründer der Organisation auf, dank derer sich die Diakonie im Jahr 1989 erneuerte und zu einer der angesehensten Hilfsorganisationen in der Tschechischen Republik heranwuchs.

Diakonie hilft syrischen Flüchtlingen

IMG_5378Der Erlös der Fastensammlung in Höhe von 600.000 Tschechischen Kronen kommt syrischen Flüchtlingen im Libanon und in Jordanien zugute. Die Diakonie wird von dem Geld Ausrüstung für den Winter anschaffen, denn dann ist es in den Gebirgsregionen des Libanon erstaunlich kalt. Für Flüchtlinge, die oft in kargen Räumlichkeiten leben, ist er nicht einfach zu überleben. Decken, Matratzen, Öfen oder Heizöl werden von der Diakonie vor Ort gekauft, um den lokalen Markt zu unterstützen. Warme Decken werden direkt von syrischen Flüchtlingen in Gemeinschaftswerkstätten hergestellt, und dank unserer Hilfe bekommen sie so Arbeit. Mit einem Teil des Geldes wird zudem die Errichtung und der Betrieb eines Gemeinschaftszentrums in der jordanischen Stadt Zarqá unterstützt, das Freizeit- und Bildungskurse anbietet und die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Flüchtlinge fördert. Diakonie hilft syrischen Flüchtlingen weiterlesen

Was wir nicht vergessen wollen

2.6.1990 fSeit der Samtenen Revolution, die am 17.11.1989 begonnen hat, sind 30 Jahre vergangen. Das ist ein bedeutender Meilenstein und darum ein guter Grund, warum wir uns diesem Jahr dem Jubiläum mehr widmen, als wir es in den vergangenen Jahren getan haben. Die Nachricht von der Demonstration auf der Nationalstraße (Národní třída) in Prag am 17.11.1989 verbreitete sich schnell in der ganzen Welt und brachte weitere unerwartete Ereignisse in Gang, die sich auf einmal über die ganze Republik ausweiteten und schließlich zur Befreiung von der Kommunistischen Diktatur führten. Was wir nicht vergessen wollen weiterlesen

Die Reise zu den Planeten beginnt. Filipka, die „Schule mit Geschichten“ begrüßt die ersten Schüler

DSC_2476Die Tür der siebten Schule der Evangelischen Akademie öffnete sich am ersten Schultag für Schüler der ersten bis vierten Klasse. Sie heißt Filipka – Schule mit Geschichten und liegt in Brünn in der Filipínský-Straße. An der feierlichen Eröffnung an der Schultür nahmen Kinder, Eltern, der Freundeskreis der Schule und die Partnergemeinde der EKBB in Brünn-Husovice, sowie Vertreter der Kirchenleitung teil. Die Reise zu den Planeten beginnt. Filipka, die „Schule mit Geschichten“ begrüßt die ersten Schüler weiterlesen

Lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient

deklarace-PLAm 17. September 2019 trafen sich in Warschau Vertreter von fünf evangelischen Kirchen aus Mitteleuropa, um über die aktuelle Situation in unserer Region zu sprechen. Die leitenden Geistlichen der beteiligten Kirchen unterzeichneten dabei eine gemeinsame Absichtserklärung, in der unter anderem eine engere Zusammenarbeit der Kirchen in der Region vereinbart wurde. Lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient weiterlesen