Forschungsprojekt zu modernen orthodoxen Theologie im Westen

Sázava monastery, May24, 2014Während der vergangenen fünf Jahre widmete sich eines der Forschungsprojekte der Evangelisch-Theologischen Fakultät einem ökumenischen Thema. Es sollte die Geschichte, die Themen und die Vertreter moderner orthodoxer Theologie im Westen erforschen. Das Projekt, das von der tschechischen Forschungsgesellschaft finanziert wurde, trug den Namen: Symbolische Vermittlung der Ganzheitlichkeit in der westlichen Orthodoxie. Der Kern des Teams bestand aus drei Forschern vom Ökumenischen Institut und der Fakultät. Der Forschungsschwerpunkt lag auf der Kategorie der Ganzheitlichkeit. Anders ausgedrückt, befasste es sich mit Wegen, die Ganzheitlichkeit der Wirklichkeit, das Gemachte und das Ungemachte, das Materielle und das Geistliche, die Ganzheitlichkeit der Person und das Ganzheitliche des Lebens zusammenzubringen. Die Hauptfrage war, wie eine solche Ganzheitlichkeit in der Theologie kommuniziert und auf welchem Weg sie vermittelt wird: liturgisch oder sakramental, in der Askese, theologisch oder philosophisch, künstlerisch, sozial oder politisch? Weiterhin wurde danach gefragt, welche Kommunikationswege auch für Christen im Westen dienlich sein könnten?

 

Während der Projektdauer von fünf Jahren (2011-2015) kontaktierte und besuchte das Forschungsteam aus Prag viele orthodoxe Institutionen und Personen im Westen. Weiterhin wurde in Prag eine Serie akademischer Konferenzen organisiert, die jedes Mal von Teilnehmern aus vielen verschiedenen Ländern besucht worden sind. Die Konferenzen befassten sich mit folgenden Themen: „Die An- und Abwesenheit von Ideologien in modernen orthodoxen Theologien“, „Tradition und Innovation – eine Reflexion über verschiedene Richtungen orthodox-theologischen Denkens im Exil und ihre Auswirkungen auf den ökumenischen Dialog“, und „Ökumenische Rezeption und Kritik orthodoxer Theologie des 20. Jahrhunderts im Exil und der Diaspora“.

Während des Projektverlaufs wurden folgende Themen bearbeitet: (i) Der Kontext orthodoxer Theologie des 20. Jahrhunderts im Exil und der Diaspora, (ii) Methoden theologiescher Diskurse in der westlichen Orthodoxie des 20. Jahrhundert, (iii) Mission und Ökumene, (iv) Theologische Konzepte der Ganzheitlichkeit, (v) Ökumenische Rezeption und Kritik orthodoxer Theologie des 20. Jahrhunderts im Exil und der Diaspora, (vi) Herausforderungen westlicher Orthodoxie im Hinblick auf die Theologie in postkommunistischen Ländern: beide innerhalb und außerhalb orthodoxer Gemeinschaft.

Die Forschungsergebnisse wurden in einer Reihe von Artikeln und Büchern veröffentlicht. So z.B. Die Wege orthodoxer Theologie im Westen (ebenfalls auf Russisch erschienen) und Das Ringen mit dem Verstand der Väter und die Polyphonie/Symphonie orthodoxer Theologie im Westen des 20. Jahrhunderts (im Erscheinen auf Tschechisch).

Ein weiteres wichtiges Ergebnis des Projektes stellen die Kontakte dar, die während des Forschungsverlaufs und der Konferenzen geknüpft wurden. So wurden das Seminar für orthodoxe Theologie St. Vladimir und die Fordham Universität in New York, die Volos Akademie in Griechenland, das theologische Institut St. Sergius, das Zentrum Istina, das ökumenische Institut des katholischen Instituts in Centre Sevres, die evangelisch-theologischen Fakultät in Paris und die KU Leuven zu unseren Partnerinstitutionen. Die Zusammenarbeit mit diesen Institutionen und mit einzelnen Wissenschaftlern war sehr ertragreich und wird sicherlich auch nach dem offiziellen Ende des Projekts noch weiter bestehen.

Prof. Ivana Noble

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