Verabschiedung von Ökumenereferent Gerhard Frey-Reininghaus

2017 večer loučení3aAm 1. April 2017 ging Gerhard Frey-Reininghaus, der über 26 Jahre in Diensten der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder stand, in den Ruhestand.  Er kam im Jahr 1990 mit seiner ersten Frau Adelheid aus der württembergischen Gemeinde Köngen für ein zweijähriges postgraduales Studium nach Prag. Nach dieser Zeit ging er aber nicht nach Deutschland zurück. In der Zeit, in der die Evangelisch-theologische Fakultät wegen eines rapiden Anstiegs der Studierendenzahlen in Schwierigkeiten kam, nahm er die anspruchsvolle Aufgabe auf sich, sich beim Finden eines neuen Gebäudes für die Fakultät zu beteiligen.  In seinem Fundraising war er ausgesprochen fleißig, entgegenkommend aufmerksam und allen Menschen trat er mit großer Herzlichkeit gegenüber. Ohne sein Zutun hätte sich die Evangelisch-theologische Fakultät nie so entwickeln können, wie es unter den neuen Bedingungen möglich war. Mit seiner Frau baute er die Auslandsabteilung der Fakultät auf, die bis heute sehr aktiv ist.  Sein Wirken an der ETF mündete in die Einladung des damaligen Synodalseniors Pavel Smetana zur Arbeit in der Ökumene-Abteilung der Zentralen Kirchenkanzlei.  Gleich zu Beginn ging es in dieser Arbeit darum, die Wunden, die seit dem 2. Weltkrieg im Leben beider Nationen bestanden, zu heilen. So entstand eine deutsch-tschechische Arbeitsgruppe, in der Gerhard der Sekretär der tschechischen Seite war. Ausgangspunktdieser Arbeit war die Erklärung der Synode der EKBB aus dem Jahr 1995 zur Vertreibung der Sudetendeutschen. In der Arbeitsgruppe entstand das Büchlein „Der Trennende Zaun ist abgebrochen“ mit dem Ziel einen Weg zu Versöhnung und besserem gegenseitigen Verständnis zu finden.  Gerhard hat in und mit dieser Arbeit darauf hingewiesen, dass Versöhnung der Mittelpunkt des Evangeliums ist. Auch durch seine Hilfe wurde dann im Jahr 2003 der Vertrag zwischen EKBB und EKD unterschrieben. Daran knüpfte dann die Zusammenarbeit zur Problematik der sexuellen Ausbeutung von Frauen und Kindern im deutsch-tschechischen Grenzgebiet an.2017 boh vděčnosti Martin ve zdi1

Die Aufmerksamkeit von Gerhard Frey-Reininghaus beschränkte sich aber nicht nur auf Deutschland. Unter seiner Führung begann die Zusammenarbeit der tschechischen American Working Group und des Czech Mission Network in den USA. Er entwickelte die Kontakte mit einer Reihe von Kirchen aus ganz Europa und förderte die sehr schöne Freundschaft mit der Presbyterianischen Kirche in Korea. Für die vielen ausländischen Partner und Freunde der Evangelisch-theologischen Fakultät, der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder und ihrer Diakonie entstand auf Gerhards Initiative hin dieses Informationsbulletin.

Er bewährte sich auch als hervorragender Organisator und Koordinator, sei es bei der Organisation von Hochwasserhilfe in den Jahren 1997 und 2002, bei den Christlichen Begegnungstagen in Prag im Jahr 2005 oder bei den Feierlichkeiten zum 600. Todestag von Magister Jan Hus im Juli 2015.  Diese Ereignisse hat Gerhard durch seine Weitsicht und sein Kommunikationstalent entscheidend geprägt und hat die Vorbereitungsteams professionell und routiniert geleitet.2011 gfr 60 úck

Wir können hier nur manche seiner Aktivitäten nennen, die unsere Kirche bereichert haben. Am Samstag 1.4.2017 hat der Synodalrat einen festlichen Abend zur Verabschiedung von Gerhard Frey-Reininghaus veranstaltet, an dem etwa 150 tschechische und ausländische ökumenische Partner teilgenommen haben. Wie ein roter Faden zog sich der Dank für das Verständnis, die Offenheit und Freundschaft, die fest zu seiner Kommunikation und seiner Partnerschaftspflege gehörten, durch das Programm. Seine Art und sein Handeln ist für viele von uns eine wichtige Inspiration und Bereicherung. Wir freuen uns über seine Freundschaft und dass wir uns weiterhin mit Gerhard treffen können – in verschiedenen Rollen auf dem Feld der tschechischen und weltweiten Ökumene.  Den Danksagungen bei seiner Verabschiedung schließen wir uns an und danken Gott, dem Herrn, für die Gaben, die Gerhard von ihm für seine Arbeit bekommen hat und die er mit uns geteilt hat.

Daniela Hamrová