Entsendung von Kaplanen und neuer Vertrag zur Gefängnisseelsorge. Ein besonderer Ausdruck ökumenischer Zusammenarbeit

Y3A4001Am Tag des tschechischen Gefängniswesens, am 14.12., wurden im vergangenen Jahr 15 neue hauptamtliche und 19 ehrenamtliche Gefängnisseelsorger feierlich in ihren Dienst entsandt. Zum ersten Mal überhaupt wurde das in einem ökumenischen Gottesdienst begangen. Er fand in der Prager Kirche Sv. Václav na Zderaze (St. Wenzel von Zderaz) statt, die im 19. Jahrhundert in der Prager-Neustadt als Stafanstalt diente. Bei der Entsendung legten die Gefängnisseelsorger vor dem Generalsekretär der tschechischen Bischofskonferenz Stanislav Přibyl und dem Vorsitzenden des Ökumenischen Rats der Kirchen, Daniel Ženatý, ihre Versprechen ab.

Der Verein für Gefängnisseelsorge (tsch. vězeňská duchovenská péče – VDP) ist eine überkonfessionelle Vereinigung, die sich für eine ausgleichende und aufgeklärte geistliche und pastorale Arbeit in den Gefängnissen einsetzt. Die Vorsitzenden des Ökumenischen Rats der Kirchen und der tschechischen Bischofskonferenz schlossen deshalb mit dem Verein für Gefängnisseelsorge einen Vertrag, nach dem zum geistlichen und pastoralen Dienst erfahrene Geistliche und Laien entsandt werden sollen. Außerdem sollen sie über das ökumenische Umfeld und die spezifischen Bedingungen in Gefängnissen unterrichtet sein.

Der Verein für Gefängnisseelsorge organisiert für seine neuen Mitglieder Einstiegskurse und interdisziplinäre Seminare und kümmert sich um Weiterbildungen. Alle drei Vertragspartner halten es für unerlässlich, dass die Kandidaten für den Seelsorger-Dienst vorher ein Praktikum in Form von ehrenamtlicher geistlicher und pastoraler Tätigkeit absolvieren.

Die Unterzeichnung dieses Vertrags bestätigt die einzigartige ökumenische Seelsorge-Zusammenarbeit in den tschechischen Gefängnissen, die in Kooperation von 13 christlichen Kirchen geschieht.

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Der Vertrag wurde am 14.12.2017 von dem Vorsitzenden des Vereins Pavel Zvolánek, dem beauftragten der tschechischen Bischofskonferenz Josef Kajnek und dem Vorsitzenden des Ökumenischen Rats der Kirchen, Daniel Ženatý unterzeichnet.