Tagung der Synode

ZDSC_0189Ungefähr einhundert Delegierte, Berater und Gäste aus der ganzen Republik und aus dem Ausland versammelten sich im Areal des Schloßberges von Litomyšl, um Leben, Leitung und Zukunft der Kirche zu besprechen.

 Unsere Schulen

Als eine bahnbrechende Entscheidung kann man sicher die Genehmigung des Baus von zwei neuen Schulen in Prag – in den Stadtbezirken Holešovice und Modřany – ansehen.

Die Kirche knüpft hiermit an die Tradition und den guten Ruf ihres Schulwesens an und erfüllt ihr Vorhaben, einen Teil der Restitutionsgelder in Projekte zu investieren, die der Gesellschaft dienen. Die Bratrská škola (Brüder-Schule) in Prag 7 – bislang Grundschule – ruft schon lange nach einer Erweiterung um höhere Klassenstufen. Unter den Eltern und auch den Delegierten genießt sie einen sehr guten Ruf. Die familiäre Atmosphäre, erstklassige Lehrer und die Werte, die die Schule als ihre Prioritäten ansieht  – das alles hat nach knapp dreißigjährigem Bestehen zur Folge, dass die Kapazität ausgeschöpft ist und die Schule den Ruf genießt, eine der besten Einrichtungen zu sein, in die ein Kind kommen kann (und das nicht nur auf dem Gebiet von Prag 7). In einer ähnlichen Situation ist die Evangelische Akademie in Modřany. Beide werden nun erweitert und erhalten neue Gebäude. Die Kirche knüpft damit an die lange und erfolgreiche Tradition des evangelischen Schulwesens an und auch an das ähnlich funktionierende gesellschaftlich anerkannte Werk der Diakonie der EKBB, die neben dem Betrieb einiger Schulen vor allem soziale, gesundheitliche, humanitäre Dienste und Entwicklungsdienste leistet.

bohoslužby

Kirchenleitung und Glaubensfragen

Die Teilnehmer der Synode widerriefen eine frühere Verordnung, nach der Kaplane (in Armee, Gefängnissen oder Krankenhäusern) innerhalb ihrer Funktion keine Trauungen durchführen durften. Dieses Recht erhalten sie nun wieder.

Außerdem wurde die Situation der Pfarrer und Presbyter (ehrenamtliche Mitarbeiter) besprochen. Die Synode appelliert an die Kirchenvorstände der einzelnen Gemeinden, in den Fürbitten an ihre Prediger zu denken, achtsamen Gesprächen mit ihnen Zeit zu widmen, ihnen zuzuhören und ihnen Zeit für Bildung, Familie und Erholung zu gewähren.

 Gäste aus der tschechischen und ausländischen Ökumene

An der dreitägigen Besprechung der Synode nahmen auch zahlreiche Gäste aus den Reihen der tschechischen und der ausländischen Ökumene teil. Mit ihrem Besuch ehrten uns die Vertreter der Schlesischen Evangelischen Kirche, der Brüderkirche und der Tschechoslowakisch-Hussitischen Kirche, der Presbyterianischen Kirche in Korea, der Protestantischen Kirche in den Niederlanden, der Waldenserkirche in Italien, der Lutherischen Kirche in Polen, der Reformierten Christlichen Kirche der Slowakei, der Lutherischen Kirche in Ungarn, der Reformierten Kirche in Polen, der Vereinigten Protestantischen Kirche Frankreichs und der Schottischen Kirche.

Während des Mittagessens am Samstag grüßte Bruder Bruno Gabrielli, Pfarrer der Waldenserkirche in Italien, die Kirchenleitung der EKBB.

DSC_0007-1„Ich danke für die Erneuerung der alten, historischen Partnerschaft, die bis ins 15. Jahrhundert reicht. Uns verbindet die Situation kleiner Minderheitskirchen, welche über Jahrhunderte der Verfolgung, Diskriminierung und Verbannung gegen den Untergang ankämpfen. Aber wir verfallen nicht in Panik, wir bemühen uns Gott zu erfreuen und zwischen Säkularismus, religiösem Fanatismus und sogenanntem „begeistertem Atheismus“ auf seinem schmalen Pfad zu gehen. Wir wollen nicht, dass Menschen verfolgt, diskriminiert oder unterdrückt werden, wenn sie gezwungen sind, aus ihrer Heimat vor Krieg, Diktatur oder Hungersnot zu fliehen. Ich danke für eure Unterstützung und den Willen, eure Regierung davon zu überzeugen, die Last der Flüchtlinge, die vom Mittelmeer kommen, mit Italien zusammen zu tragen. Es geht um eine Herausforderung des europäischen Gewissens, diese Angelegenheit müssen alle Kirchen zur Priorität machen und sie auch in ihren Predigten und in ihrer Lehre thematisieren.“

Jiří Hofman