Partnerschaften und Partner

IMG_20180609_115356Seit vielen Jahren schon sind Gemeinden der EKBB mit Gemeinden anderer Kirchen in Partnerschaft verbunden. Es gibt Partner in den Niederlanden (früher waren sie dort besonders zahlreich), in der Schweiz, in Deutschland, in Schottland und in den Vereinigten Staaten von Amerika. (Möglicherweise habe ich auch die einen oder anderen übersehen!)

Diese Partnerschaften sind sehr facettenreich, und jede einzelne ist anders. Manche entstanden aus einer persönlichen Freundschaft zwischen Geistlichen heraus; manche führten zum Austausch von musikalischen Fähigkeiten und Begeisterung; manche legten ihren Schwerpunkt auf Hilfe bei verschiedenen Sommerlagern. Viele zogen gegenseitige Besuche nach sich, eine Chance, um bewusster in die Schuhe eines anderen zu schlüpfen, die Wege eines anderen zu gehen, eine Reihe anderer Bräuche kennenzulernen, und dabei vielleicht auch eine etwas andere Art des Denkens oder eine andere Art, den Glauben auszuüben. Gelegentlich – besonders vielleicht in der Vergangenheit – führte die Partnerschaft zu finanzieller Hilfe für ein bestimmtes Projekt.

Es gab eine Zeit in Schottland, wo ich herkomme, zu der die Menschen ihre Stadt niemals verließen, außer es fand ein Gemeindeausflug statt. Eine Gemeinde, in der Mary und ich Mitglieder waren, kann sich an Tage erinnern, als für solch eine Spritztour nicht ein Bus, sondern ein ganzer Zug angeheuert wurde, damit Leute, die sonst nie irgendwohin fuhren, ihre Horizonte erweitern konnten – und sei es nur um ein paar Meilen.

Das mag einst für Gemeindepartnerschaften gegolten haben: Sie boten Gelegenheiten zu reisen, da die Menschen das auf eine andere Art und Weise nicht bewerkstelligen konnten; heute reisen vielleicht mehr Leute mehr als je zuvor auf eigene Faust. Das könnte uns zu dem Gedanken verleiten, dass die Tage von Partnerschaften gezählt sind, dass sie nicht mehr nötig sind. Wie dem auch sei: sie sind immer noch nötig (und dafür könnte man so oder so argumentieren), sie sind noch immer ein wichtiger Teil unseres Gemeindelebens.

Die Wahrheit ist, dass wir auch jetzt noch davon profitieren, dass wir einst unsere Horizonte erweitert haben; die Kirche profitiert immer noch von Treffen, die ihre Mitglieder auf neue Wege führen. Denn es stimmt ja immer noch, dass wir selbst, unsere Gemeinden und unsere Kirchen von diesen Treffen mit anderen Christen aus anderen Teilen von Gottes Welt bereichert werden.

Während also manche Partnerschaften zu Ende gehen, da Partnerschaften selten ewig dauern, werden wieder neue geschlossen. Manchmal entstehen sie, weil einzelne Menschen die Vision haben, andere zu treffen, und andere dafür begeistern. Manche neuen Partnerschaften werden auf höchster Ebene geschlossen, so ist die EKBB nun etwa mit der LaCrosse-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELCA) verbunden.

Der Senior unserer Synode, Daniel Ženatý, besuchte in diesem Jahr die Vereinigten Staaten, gemeinsam mit Oliver Engelhardt, dem Leiter der Abteilung für Ökumene und internationale Beziehungen, und Štěpán Brodský von der Diakonie. Sie unterzeichneten dort formal ein Abkommen mit der LaCrosse-Synode. Und Daniel Ženatý fuhr noch weiter, besuchte die Generalversammlung der Presbyterianischen Kirche in den USA (PCUSA) und machte außerdem Station in Texas, wo neue Kontakte geknüpft und neue Möglichkeiten ausgelotet wurden. Es gibt heute hier bei uns Gemeinden, die solche Möglichkeiten suchen, und es gibt Gemeinden anderswo (in Texas, Schottland oder im Rheinland), die neue Freunde bei uns finden wollen.

Nächsten April wird in Atlanta die letzte in einer Reihe von Partnerschaftskonferenzen zwischen der EKBB und der PCUSA stattfinden. Das ist eine Chance, alte Freundschaften zu erneuern und neue Wege zu erforschen, eine Gelegenheit zu bekräftigen und aufzufrischen, zu hinterfragen und vielleicht sogar zu ändern. Mindestens zwölf Vertreter der EKBB werden voraussichtlich daran teilnehmen. Zu den beiden „ursprünglichen“ Kirchen werden diesmal einige andere stoßen – von der ELCA und möglicherweise auch die Kirche von Schottland.

Das Dach dieses Abkommens ist ein großes Dach, und die Teilhabe an einer Partnerschaft ist eine sich ausweitende Wirklichkeit. In den Worten eines amerikanischen Spirituals: „There’s room for many a more“.

David Sinclair