Die Partnerschaftskonferenz der Presbyterianischen Kirche der USA und der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder 2019

Olomouc-AthensIn der ersten Aprilwoche trafen sich Mitglieder der Presbyterianischen Kirche der USA (PCUSA) und der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) am Theologischen Seminar von Columbia zu einer Konferenz zum Thema „Gemeinsam hoffen“, der vierten Konferenz dieser Art. Von der EKBB nahmen Vertreter von Gemeinden, der Theologischen Fakultät, der Diakonie und der Abteilung für Ökumene und internationale Beziehungen teil. Uns schlossen sich zudem Gäste der Kirche von Schottland und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELCA) an, speziell von unseren Partnern des Kirchenkreises La Crosse.

Wir wurden begeistert willkommen geheißen, extravagant untergebracht, reichlich verpflegt und noch mehr von Betty, Mark I, Mark II und all jenen, die ihnen zur Seite standen. Wir erlebten Liebe an Freund und Fremdem, sowohl in der Gemeinde von Athens, die die meisten von uns am Wochenende vor der Konferenz beherbergte, als auch am Seminar von Columbia in Decatur. Unser Thema „Gemeinsam hoffen“ erinnerte uns daran, dass wir nicht bloß unsere persönlichen Hoffnungen zusammenbrachten, sondern vergegenwärtigte uns die Hoffnung, die durch das Zusammenkommen erzeugt wird, durch die Begegnung, das Zusammensein, das Teilen, durch das Sehen mit den Augen des Anderen.

skupinaViele von uns kannten einander schon oder hatten E-Mails ausgetauscht oder zumindest voneinander gehört. Für manche von uns war der Besuch ein bisschen wie Nachhausekommen. Für uns alle war der Platz an einem üppigen Tisch willkommen und wunderbar. Ob wir nun aus den USA, aus Schottland oder der Tschechischen Republik kamen, wir waren eins. Wir erinnerten uns an gemeinsame Vergangenheiten, planten gemeinsame Zukünfte, tauschten Gegenwärtiges aus. Wir teilten Zweifel und Sorgen, feierten Erwartungen und Hoffnungen, erfuhren manches übereinander, lernten einander kennen – und wuchsen infolgedessen in Glauben und in Liebe und in Hoffnung. Unser aller Frage ist nun, was wir mit dem Erlebten anfangen, wie wir es kommunizieren, wie wir es verbreiten.

Wir dachten auch an Orte und Situationen, wo Hoffnung weniger gewiss ist, weil das Willkommen weniger sichtbar ist. Im Martin-Luther-King-Zentrum erinnerten wir uns an die Kämpfe für Rassengleichheit und Bürgerrechte in den Südstaaten; wir riefen uns jene ins Gedächtnis, die anderen sagten, sie sollten ihren Platz kennen, und ihr Platz sei nicht an ihrem Tisch. Wir sprachen davon, wie leicht es für Länder und Völker sei zu denken, sie hätten nichts zu teilen, keine Verpflichtung, sich zu kümmern, keine Notwendigkeit des Mitgefühls, keinen Wunsch, willkommen zu heißen. Und solche Erinnerungen legten die Notwendigkeit von Hoffnung und das Fehlen von Hoffnung bloß in einer Welt, die ihren Glauben mehr und mehr in Schranken und Grenzen legt.

studenti2Einmal sprachen wir darüber, wer in unserer Versammlung zum Tisch geladen war, wer nicht da war und wer noch hätte dabei sein können. Wir sprachen als Menschen, denen der Tisch gehörte, die entscheiden konnten, wer daran Platz nehmen durfte. Vielleicht ist das ein gefährliches Gedankenspiel, eines, das jene in der reichen Welt, jene, deren Tisch reichlich gedeckt und manchmal sogar überladen ist, ohne Zweifel mit Leichtigkeit anstellen. Dennoch – wenn wir uns so etwas vorstellen, bringt das eine Verantwortung für die Ordnung der Welt mit sich, nicht notwendigerweise speziell bei diesem Treffen, aber in unserem Glaubensleben allgemein.

Im Jahr 2022 werden wir wieder zusammenkommen, irgendwo in der Tschechischen Republik, um unsere gemeinsame Reise fortzusetzen.

David Sinclair