Die Entdeckung eines monumentalen judäischen Tempels aus der zweiten Eisenzeit: Eine archäologische Expedition von Studierenden und Lehrenden der Prager Theologischen Fakultät

Tel Masos - NegevIm Frühling dieses Jahres brach eine Gruppe von Studierenden und Lehrenden der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Karlsuniversität (ETF) nach Tel Moca in Israel auf, um zwei Wochen lang an archäologischen Ausgrabungen teilzunehmen.

Damit wurde ein Projekt wieder aufgenommen, das von Professor Oded Lipschits, dem Leiter des Archäologischen Instituts der Universität Tel Aviv, und von Shua Kissilevitz initiiert wurde, die die archäologischen Ausgrabungen an dieser Stelle schon in den Jahren 2012 und 2013 geleitet hatte. Damals wurden die Überreste eines Tempels entdeckt, der vermutlich aus dem späten 10. Jahrhundert und der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung stammt. Der Tempel ist monumental, nichts Vergleichbares aus dieser Zeit wurde bislang in Judäa gefunden. Seine Ausmaße entsprechen der Beschreibung des Ersten Tempels in der Bibel, allerdings sollte sich dieser in Jerusalem befinden und nicht mehrere Kilometer entfernt in Tel Moca. Die Entdeckung wirft somit mehr Fragen über die Geschichte, Gesellschaft und Kultur des frühen Judäa auf, als sie beantwortet. Die ETF beteiligt sich deshalb an der Erforschung dieses Tempels in Tel Moca, die nun wieder aufgenommenen wurde und auch in den kommenden Jahren fortgeführt werden soll – in der Hoffnung, Antworten auf die aufgekommenen Fragen zu finden. Nicht nur für die Studierenden und Lehrenden der ETF, sondern auch für die Öffentlichkeit wird es in den nächsten Jahren ohne Zweifel faszinierend sein, die Forschungsarbeiten zu verfolgen.

ČB - skupinový

Die archäologischen Ausgrabungen in Tel Moca sind Bestandteil einer langjährigen Zusammenarbeit der ETF mit dem Archäologischen Institut der Universität Tel Aviv, die noch weitere archäologische Expeditionen in Israel umfasst (insbesondere die jährlichen Ausgrabungen in Tel Azeka) sowie Konferenzen (zuletzt im Juni dieses Jahres an der ETF in Prag) und Blockseminare (wir begrüßten etwa im März die bereits erwähnte Shua Kissilevitz in Prag, im November wird nun die Archäologin Alexandra Wrathall aus Tel Aviv zu uns kommen). Damit haben nicht nur die Studierenden der ETF die unschätzbare Möglichkeit, aus erster Hand etwas über die archäologischen Ausgrabungen in Israel zu erfahren. Diese liefern uns wichtige Informationen über die Geschichte des frühen Israel, die für Theologen und besonders für die biblische Forschung unermesslich sind.

Jáchym Šenkyřík, Teilnehmer an der archäologischen Expedition nach Tel Moca im Frühling 2019