Fastenkollekte 2020. Die Diakonie hilft im Ausland

12.Postní sbírkaSámer ist zehn Jahre alt. In den Libanon flüchtete er mit seiner Familie vor dem Syrienkrieg. Sie kamen in das Armenviertel am Rande von Beirut, wie auch viele andere syrische Familien.

Der Vater von Sámer, Ahman, wurde durch den Krieg traumatisiert und bekam Epilepsie. Er versucht zu arbeiten, aber es geht nicht an jedem Tag. Der fünfköpfigen Familie fehlte oft das Geld für Wohnen und Essen. Sámer begann, in einem Friseursalon zu arbeiten. Am Vormittag verdiente er so ungefähr zwei Dollar. Diese kleine Aufbesserung des Familienbudgets war ein viel zu hoher Preis dafür, dass der zehnjährige Junge nicht zur Schule gehen konnte.

Die Mutter von Sámer kontaktierte also Tahaddi, ein Kommunitätszentrum, welches ihr ihre Nachbarinnen empfohlen hatten. Tahaddi hat eine eigene Schule und Sámer fand dort einen Platz. Sámer´s Schulbesuch bedeutet für die Familie aber ein Loch im Budget.

Das Zentrum rechnet jedoch mit solchen Problemen. Sámer ist nicht das einzige Kind aus einer Flüchtlingsfamilie, welches vor dem Dilemma „Tageslohn oder Schule“ steht. Die Familie bekam Förderungen für Essen und auch einen finanziellen Beitrag zum Kauf einer Waschmaschine und einen kleinen Herd. Das alles dank der Unterstützung des tschechischen Außenministeriums, welche im Libanon durch die Diakonie vermittelt wird.

Hoffnung in die Zukunft

Der Wechsel hat Sámer gut getan. Er ist von seinen Mitschülern, den Schulausflügen und der Vielfältigkeit des Schulprogramms begeistert. Er plant Sportlehrer zu werden, fleißig ist er aber auch in den anderen Fächern. Auch Sámer´s zwei Schwestern haben erneut mit ihrer Bildung angefangen. Die ältere besucht Schreib- und Lesestunden und die jüngere wird mit der Unterstützung der Lehrer aus Tahaddi von der Mutter zuhause unterrichtet. Dank der systematischen Hilfe von Tahaddi und der tschechischen Unterstützung geht es der Familie viel besser. Das Essensgeld nahm ihnen die frühere tägliche Angst, ob sie überhaupt etwas zu essen bekommen. So können alle Familienmitglieder mit größerer Freude in die Zukunft sehen.

Die Situation im Libanon ist aber sehr kompliziert. Das Land mit einer Fläche etwas größer als Südböhmens beherbergt 1,5 Millionen Flüchtlinge, vor allem aus Syrien. Die Regierung kümmert sich derweil nicht sehr gut um das Land. Die miserable ökonomische Situation hat ihre Wurzeln in der Korruption, so meinen die die meisten Einwohner des Libanons. Letztes Jahr im Herbst durchschüttelten deswegen Massenproteste das Land. Dies gefährdet nicht nur Gewerbetreibende, sondern auch Organisationen, die den Familien, wie der von Sámer, helfen.

Für die Kleinsten

Die Spenden der diesjährigen Fastenkollekte widmet die Diakonie deswegen einer weiteren Aktivität des Kommunitätszentrums Tahaddi – dem vorschulischen Bildungszentrum. In den Kommunitätskindergarten gehen nicht nur Flüchtlingskinder, sondern auch die Kinder der Ärmsten im Libanon. Sie können hier ohne Gefahr spielen und lernen die Prinzipien der Hygiene und einer gesunden Ernährung. Sie lernen Farben, Tiere, Buchstaben und Zahlen. Das alles sind Voraussetzungen für den Besuch einer normalen staatlichen Schule, wo sie die so wertvolle Grundbildung erhalten. Der Kindergarten berücksichtigt auch die spezifischen Bedürfnisse der Kinder mit einer Behinderung, die den Kindergarten ebenfalls besuchen.

Falls die Fastenkollekte einen solchen Erfolg wie in den letzten Jahren erlebt, werden so die Gehälter der Kindergartenmitarbeiter für ein ganzes Jahr gedeckt. Das ist für eine Organisation wie Tahaddi eine riesige Unterstützung.

Adam Šůra