Das Coronavirus und die Prager Theologische Fakultät

ETF-budova-01Wie jedermann und jeder Bereich des Lebens war auch die Prager Theologische Fakultät stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Das Fakultätsgebäude in der Černá-Straße blieb von Mitte März bis Mitte Mai 2020 praktisch leer. Studierende, Lehrende und andere Mitarbeiter arbeiteten zwar weiterhin, jedoch von zu Hause aus. Manche Studierenden fanden auch Zeit, Betroffenen der Coronavirus-Beschränkungen zu helfen.

Nach einem Dekret der tschechischen Regierung vom 15. März 2020 mit starken Einschränkungen der Bewegungsfreiheit erteilte der Rektor der Karlsuniversität am 16. März die Anweisung, dass der Präsenzunterricht auszusetzen sei und dass das Lehr- und Verwaltungspersonal so weit wie möglich von zu Hause aus arbeiten solle.

Der Unterricht wurde online fortgesetzt, und die Lehrenden mussten schnell neue Unterrichtsmethoden entdecken und sich an diese anpassen. Dies reichte von Lektüreempfehlungen und die Vergabe von Essays per E-Mail über die Verwendung von Tools wie Moodle bis hin zu virtuellen Seminaren mit Skype oder Zoom. Die Lehrenden wurden vom Zentrum für E-Learning der Karlsuniversität unterstützt, das ein Handbuch zur Verwendung der verfügbaren Tools für den Online-Unterricht erstellte. Die Bibliothek wurde ebenfalls geschlossen, aber viele elektronische Informationsquellen waren online verfügbar.

Der Präsenzunterricht wurde am 11. Mai wieder aufgenommen, jedoch mit verschiedenen Einschränkungen, einschließlich einer Begrenzung der Anzahl der Studierenden. Aus diesem Grund wurde in vielen Fällen der Online-Unterricht fortgesetzt. Der Lehrbetrieb, ob online oder von Angesicht zu Angesicht, wird um einen Monat bis Ende Juni verlängert, um sicherzustellen, dass alle Kurse bis zum Ende des Semesters abgeschlossen werden können. Das Zulassungsverfahren für neue Studierende wurde auf Anfang September verschoben.

8. prázdná posluchárnaAbgesehen von der Fortsetzung ihres Studiums meldeten sich viele Studenten freiwillig, um Klienten der Diakonie der EKBB zu helfen, insbesondere beim Einkaufen und beim Liefern von Lebensmitteln und Gesichtsmasken an Senioren, Hausgebundene und Menschen in Quarantäne. Andere übernahmen Telefondienste und informierten und berieten auf diesem Wege einsame und verängstigte Menschen.

Studierende und Lehrende waren auch an der Erstellung einer Broschüre mit dem Titel „Wie man gemeinsam und mit dem Virus lebt“ beteiligt, die praktische Informationen, Ermutigung angesichts der Krise und Verweise auf weitere Informationsquellen enthält.

Es wird spannend werden zu beobachten, ob diese Erfahrung zu einem vermehrten Einsatz von Online-Lehrmethoden führen wird, wenn die Pandemie vorbei ist. Im Moment hoffen aber alle Studenten und Mitarbeiter, dass der normale Lehrbetrieb im Wintersemester wieder beginnen kann.

Peter Stephens