Bulletin 51 – Weihnachten

Liebe Leserinnen und Leser,

Auf große und größere Jahrestage ist es immer gut hinzuweisen. Ihre Bedeutung verliert sich nicht, sie gilt immer, heute genauso wie vor einigen hundert Jahren. Jahrestage soll man sich bewusst machen.

Diesmal bieten wir drei Jahrestage an und alle sind mehr oder weniger mit der Existenz unserer Kirche, der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder, verbunden.

Die Schlacht auf dem Weißen Berg hat am 8. November 1620 stattgefunden. Es sind also genau 400 Jahre, und wie damals, so fällt auch der Jahrestag am 8. November auf einen Sonntag. Das Gedenken an diesen Jahrestag wurde lange vorbereitet, doch wegen der Covid-19 Pandemie musste es stark reduziert werden, was aber die Bedeutung dieses Jahrestages keinesfalls mindert! Was bedeutet für Böhmen die Schlacht selber und die Zeit danach, der dreißigjährige Krieg und die „dunkle Zeit“? Während der gewaltsamen Rekatholisierung ging bis zu einer halben Million Einwohner ins Exil. Es ist ein tiefer Einschnitt, dessen sich die Angehörigen der protestantischen Kirchen, aber auch der katholischen Kirche bewusst sind. Und so versuchen die Kirchenvertreter bei den „alljährlichen Feiern“ eine gemeinsame Stellung zu diesem Ereignis zu finden. Und ich denke, dass dies in den letzten Jahren gelingt.

Der zweite Jahrestag knüpft an den ersten an. Vor 350 Jahren starb Jan Amos Comenius, Bischof der Brüderunität, Pädagoge und Philosoph, „Lehrer der Völker“, auch er wurde gezwungen, in der besagten „dunklen Zeit“ aus unserem Land definitiv wegzugehen.

Der dritte Jahrestag gehört nun schon in unsere Gegenwart, in die fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, in die Zeit der kommunistischen Tschechoslowakei. Unter mehr als zweihundert vom damaligen Regime Hingerichteten war eine einzige Frau, die hervorragende Juristin Milada Horáková.  Ein Mitglied der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder. Dieses Jahr im Juni waren es 70 Jahre seit ihrer Ermordung.

Liebe Freunde, die Bedeutung von Weihnachten verändert sich nicht, das Coronavirus wird daran nichts ändern, höchstens die Bedeutung von Weihnachten noch vertiefen.

Halten wir uns an die Hoffnung in guten und schlechten Zeiten!

„Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. Da wird man sagen unter den Völkern: Der HERR hat Großes an ihnen getan!“ (Psalm 126,1-2)

Jana_PliskovaFür den Redaktionsrat

Jana Plíšková