Die Diakonie hilft den Bedürftigen in Beirut

12. BejrutDie Spenden der diakonischen Fastenkollekte ermöglichten nach der tragischen und zerstörenden Explosion in Beirut im Libanon sehr schnelle Hilfe. Die Explosion nahm mehr als 220 Menschen das Leben und ließ 6 Tausend Verletzte zurück. Ungefähr 300 Tausend Menschen verloren ihr Dach über dem Kopf.

Am 4. August in den Nachmittagsstunden kam es in Beirut, der Hauptstadt des Libanon, zu einer Explosion eines Lagers für Ammoniumnitrat. Der Hafen, in dem sich die Explosion ereignete und der ein Dreh- und Angelpunkt der Wirtschaft und der Versorgung des Landes ist, wurde komplett zerstört. Die Silos, die dort standen, enthielten beispielsweise 85% der libanesischen Vorräte an Weizen. Auch vier Beiruter Krankenhäuser wurden außer Betrieb gesetzt, die zuvor halfen, die Covid-19 Pandemie einzudämmen.

Der Libanon kämpft dabei schon längere Zeit mit einer tiefen Wirtschaftskrise. Pandemie und Explosion haben sie jetzt noch verstärkt und eskalieren lassen.

Die Diakonie der EKBB schickte unmittelbare Hilfe in Form von 800 Tausend Kronen und rief gleichzeitig eine öffentliche Spendensammlung ins Leben. Sie widmet diese nicht nur der unmittelbaren Beseitigung der Nachwirkungen, sondern auch der langfristigen Unterstützung der Menschen in Beirut. Unterstützende diakonische Projekte finden im Libanon nämlich schon mehrere Jahre statt und richten sich vor allem an Familien aus Beirut, die in Not sind. Sie helfen ihnen, die schwierigen Folgen der Armut und der Flucht vor dem Syrienkrieg zu überwältigen.

Die lokalen Kenntnisse und das langfristige Wirken der Diakonie hier in Beirut verhalfen zu einer sehr schnellen und effektiven Aufteilung der Hilfsmittel. Etwas weniger als die Hälfte (340 Tausend Kronen) wird den ärmsten Familien in dem am meisten betroffenen Stadtviertel Karantina helfen.

Der Beseitigung der Nachwirkungen schließt sich auch das Bildungszentrum Tahaddi in Beirut an, das mit der Diakonie langfristig zusammenarbeitet. Junge Menschen helfen beim Aufräumen nach der Explosion. Auch die Absolventen, die in den Fachrichtungen Zimmermann, Dachdecker und Maler ausgebildet wurden, beteiligen sich an den Aufbauarbeiten. Weitere junge Menschen werden Essen für Familien, Arbeiter und Freiwillige zubereiten und liefern.

Die zweite Hälfte des Geldes in Höhe von 220 Tausend Kronen wird zum Einkauf von Lernhilfsmitteln für Kinder aus den ärmsten Familien benutzt. Hinsichtlich des starken Anstiegs von Covid-19 Fällen in den letzten Wochen wird erwartet, dass die Schulen auch weiterhin geschlossen bleiben und es für Kinder nur   Online-Unterricht geben wird.

Die Schule kombiniert mit einer kleinen aber regelmäßigen Essens- oder Geldspende dient dabei in vielen Fällen als Hauptprävention gegen Kinderarbeit, die frühzeitige Heirat junger Mädchen und gegen andere negative Erscheinungen. Sie trägt dazu bei langfristig zu verhindern, dass Kinder in der nie endenden Armutschleife bleiben und hilft den Kindern, noch Kind bleiben zu dürfen.

Den dritten Teil in Höhe von 240 Tausend Kronen gibt die Diakonie für die Unterstützung des Unterrichts und anderer Aktivitäten für Kinder, bei Bedarf auch für psychosoziale Hilfe aus.

Die Diakonie der EKBB unterstützt im Libanon in Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen den Betrieb von Schule, Kindergarten, Ärztezentrum und vermittelt materielle und psychosoziale Hilfe an die Ärmsten, die sonst zu diesen elementaren Diensten keinen Zugang hätten. Das Gemeinschaftszentrum Tahaddi bietet sowohl materielle Hilfe als auch eine langfristige Perspektive, auch wenn es im Moment vor allem ums Überleben geht. Zwanzig Frauen gab sie eine Arbeit in einer sozialen Schneiderei und sie bietet Bildung und Freizeitaktivitäten für 450 Kinder, die sonst keine Chance hätten, überhaupt zur Schule zu gehen.

Jiří Hofman