Exkursion nach Theresienstadt

Terezín II.Am Dienstag, den 15. Dezember 2020, bot das Erasmus-Büro der ETF einen Tagesausflug für die ausländischen Studierenden der Fakultät in das ehemalige Ghetto und Konzentrationslager Theresienstadt (Terezín) an. Das könnte man für sehr ungewöhnlich in der Adventszeit halten, aber in diesen Tagen waren die äußeren Umstände für Unternehmungen in Gruppen ausnahmsweise günstig. Es konnten sogar noch einige Kommilitonen anderer Fakultäten daran teilnehmen.

Als Deutscher halte ich persönlich eine Begegnung mit einem solchen Ort für eine unverzichtbare Erfahrung für mich selbst und jeden anderen Studierenden. Speziell Theresienstadt erinnert an die Verlogenheit und Hinterhältigkeit des Naziregimes im Umgang mit jüdischen Menschen, gegenüber den Gefangenen selbst, der örtlichen Bevölkerung wie auch der Weltöffentlichkeit. Eine einführende Präsentation, verschiedene Ausstellungen und eine kundige Führung durch das Ghetto, den Friedhof und das Gestapogefängnis führten uns das Ausmaß der gewissenlosen Härte vor Augen, mit der Tausende eingepfercht oder weitertransportiert wurden in die Gaskammern in den weiter östlich gelegenen Lagern. Den stärksten Eindruck hinterließen bei mir die Leichenhallen und das Krematorium. Selbst nach ihrem Sterben gab es keinen Respekt für diese Menschen, deren Leichen gegen die Praxis ihrer Religion verbrannt wurden; die Asche wurde später in den Fluss geschüttet, um die Zahl der Todesopfer zu verschleiern. Dieser Ort kam mir vor wie ein einziger Schrei, auf den mir die Antwort fehlt. Hoffentlich wird sie der kommende Erlöser bringen…

Terezín I.

Wir sind Věra Fritzová und Kristýna Kadlecová dankbar für die Organisation dieser Unternehmung unter schwierigen Umständen. Auch wenn der Tag fast etwas überfüllt war an Information, wird er in Erinnerung bleiben als bedeutendes Ereignis in unserem Semester.

Michael Klein, Evangelische Theologie