Schweigeminute…

162162036_114262290735539_8509643599529767762_nAm Donnerstag, den 4. März schickte der Synodalrat der EKBB den Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen in der gesamten Republik folgende Botschaft:

An die Ärzte, Krankenschwestern und -brüder, Sozialarbeiter, Pfleger, Sanitäter und alle weiteren Angestellten in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen

„Verehrte und liebe Leser, in dieser Zeit einer allseits wütenden Pandemie tragen Sie auf Ihren Schultern einen großen Teil der Last, die uns alle trifft. Sie arbeiten aufopferungsbereit an vorderster Front und direkt im Angesicht des Leids dieser Pandemie. Sie müssen mehr denn je der Tatsache ins Auge sehen, dass Ihre Patienten sterben, dass materielle und menschliche Ressourcen, die Ihnen zur Verfügung stehen, begrenzt sind. Wir versichern Ihnen, diese Last ist unser aller Last. Wir wissen, dass Sie alles in Ihrer Kraft stehende tun, vielmehr sogar als man von Ihnen verlangen und erwarten kann. Aber oft liegt es nicht in der Hand des Menschen den Tod zu verhindern. Und es ist ausgesprochen schwer diese Grenze und Machtlosigkeit anzunehmen.

Wir denken an Sie mit Verständnis, mit Bewunderung, mit Liebe. Einzeln, sowie in der Gemeinschaft unserer Pfarrgemeinden beten wir für die Genesung der Kranken, für die Linderung ihrer Leiden und ihres Sterbens, wir beten für Geduld und Hoffnung der ihr Nahestehenden und auch für Kraft und Hoffnung für Sie, Ärzte, Schwestern und Pfleger.

Von ganzem Herzen wünschen wir Ihnen, dass Sie Beistand bei Ihren Freunden, Vorgesetzten, Nachbarn finden und dass Ihnen wertvolle fachliche Hilfe zuteil wird, sei es durch Supervision, Psychotherapie oder geistliche Unterstützung.

159171621_441585153776617_8638670978121756275_nUnsere Kaplane und Pfarrer in den Krankenhäusern stehen nicht nur Gläubigen zur Verfügung, sondern jeder auf der Suche nach Verständnis, Stärkung und Ermunterung kann sich an sie wenden. Wir sind uns sicher, dass auch andere Kirchen das so handhaben. Gott segne Euch.“

Am Montag, denn 22. März 2021 zu Mittag hielt das Leben in Tschechien für eine symbolische Minute still. Vielerorts ertönte Kirchengeläut. Tschechien gedachte mit einer Schweigeminute den Opfern der Corona-Pandemie.

Im Verlauf der letzten zwölf Monate starben im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie in Tschechien fast 25.000 Menschen. Viele weitere Opfer finden sich in den Statistiken nicht wieder. Dabei ist diese Zahl bei weitem noch nicht endgültig.

1tit-scaled„Wir sind überzeugt davon, dass in der geteilten Trauer und Erinnerung an die Opfer unsere Gesellschaft einen Weg findet, besser und mit mehr Würde aus dieser Pandemie in die Zukunft zu schreiten, die uns danach erwartet. Die Erinnerung an die Opfer sollte nicht erlischen,“ so erläuterten die Organisatoren das Ziel der gesamtgesellschaftlichen Initiative. „Der Moment der Trauer dient nicht dazu Schuldige zu suchen oder irgendwelche Einzelinteressen hervorzuheben. Die Trauer und der Tod aus der Zeit der Pandemie sind aus unserem kollektiven Gedächtnis nicht mehr zu löschen. Die Schweigeminute für die Opfer der Pandemie ist ein Akt der Solidarität und eine Ehrerweisung für die Opfer und ihre Hinterbliebenen. Sie soll aber auch Dankbarkeit für das Leben ausdrücken, dessen Wert wir in dieser Zeit bewusster wahrnehmen als je zuvor.“

Jiří Hofman