Unterstützung für Unterdrückte in Belarus

2. pexels-artem-podrez-5119457Anfang des Jahres rief der Synodalrat der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder zur Unterstützung der unterdrückten Opposition in Belarus auf.

„Mit Beunruhigung verfolgen wir die angespannte Situation in Belarus. Über viele Monate schon finden Demonstrationen gegen das diktatorische Regime von Präsident Lukaschenko statt. Obwohl die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen im letzten August offensichtlich gefälscht wurden, weigert sich das Regime zurückzutreten. Die Regimegegner sehen sich stattdessen mit dauerhafter Unterdrückung konfrontiert: Es gibt glaubwürdige Zeugenberichte über hunderte Fälle von körperlicher Gewalt, Folter und Vergewaltigung der Demonstrierenden.

Unsere eigene schwierige Situation in der Pandemie darf uns nicht den Blick auf alle jene Orte der Welt trüben, an denen Ungerechtigkeit, Verfolgung und Unfreiheit an der Tagesordnung sind. Auf die Krise in Belarus wollen wir in der Öffentlichkeit auch innerhalb der Europäischen Union und über internationale ökumenische Organisationen aufmerksam machen. Wir suchen Wege für konkrete finanzielle Unterstützung,“ so der Appell der Leitung der Evangelischen Kirche im Januar dieses Jahres.

„Unsere heutige Botschaft an alle Belarussen, die sich gegen das Gewaltregime stellen, lautet: Wir nehmen Euch wahr, wir sind bei Euch, sprechen über Euch und beten für Euch. Und das tun wir öffentlich, sodass Ihr davon erfahrt, sodass unsere Mitbürger davon erfahren, genauso wie unsere Regierung und alle jene auf der Welt, zu denen unsere Stimme dringt,“ so der stellvertretende Synodalsenior Pavel Pokorný, der daran erinnerte, dass insbesondere das Gebet ein Raum der Gedankenfreiheit ist.

Die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder unterhält Beziehungen zur belarussischen Gemeinschaft in der Tschechischen Republik und verfolgt innerhalb einer Kommission für Menschenrechte und durch den Minderheitenpfarrer Mikuláš Vymětal die gewaltsame Unterdrückung der Opposition in Belarus.

Am letzten Donnerstag im März, dem 103. Jahrestags der belarussischen Unabhängigkeit, fand in der Kirche des Hl. Salvator in Prag der zweite belarussische ökumenische Gottesdienst statt.

Jiří Hofman