Alle Artikel von EBulletin

Forschungsprojekt zu modernen orthodoxen Theologie im Westen

Sázava monastery, May24, 2014Während der vergangenen fünf Jahre widmete sich eines der Forschungsprojekte der Evangelisch-Theologischen Fakultät einem ökumenischen Thema. Es sollte die Geschichte, die Themen und die Vertreter moderner orthodoxer Theologie im Westen erforschen. Das Projekt, das von der tschechischen Forschungsgesellschaft finanziert wurde, trug den Namen: Symbolische Vermittlung der Ganzheitlichkeit in der westlichen Orthodoxie. Der Kern des Teams bestand aus drei Forschern vom Ökumenischen Institut und der Fakultät. Der Forschungsschwerpunkt lag auf der Kategorie der Ganzheitlichkeit. Anders ausgedrückt, befasste es sich mit Wegen, die Ganzheitlichkeit der Wirklichkeit, das Gemachte und das Ungemachte, das Materielle und das Geistliche, die Ganzheitlichkeit der Person und das Ganzheitliche des Lebens zusammenzubringen. Die Hauptfrage war, wie eine solche Ganzheitlichkeit in der Theologie kommuniziert und auf welchem Weg sie vermittelt wird: liturgisch oder sakramental, in der Askese, theologisch oder philosophisch, künstlerisch, sozial oder politisch? Weiterhin wurde danach gefragt, welche Kommunikationswege auch für Christen im Westen dienlich sein könnten?

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Seelsorge in der Diakonie – geistliche Begleitung als Mehrwert

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Ein Gespräch mit Štěpán Brodský, zuständig für die Weiterentwicklung von seelsorglichen Angeboten.

Die Diakonie der EKBB soll seelsorgliche Dienste anbieten. Aber was ist Seelsorge? Menschen außerhalb der Kirche wissen es nicht und auch innerhalb der Kirche geraten Menschen bei der Antwort teilweise in Verlegenheit. In der Diakonie ist die Unkenntnis  umso größer, da die Mehrheit ihrer Klienten und Angestellten nicht in der Kirche ist und sich der christlichen Tradition nicht bewusst ist. Gibt es angesichts dessen überhaupt einen Grund, Seelsorge in der Diakonie der EKBB anzubieten?

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Wiedereröffnung des Erholungsheims “Sola Gratia”

P1040001Eindrucksvolle Natur, historische Architektur und multifunktionale Räumlichkeiten- das alles bietet das Erholungsheim “Sola Gratia”. Zum Jahresanfang 2016 hat die Diakonie der EKBB die Einrichtung übernommen und wiedereröffnet.

Das Gelände des Erholungsheims der Tagungsstätte befindet sich im Osten der Tschechischen Republik in der Stadt Bystřice pod Hostýnem am Fuße der malerischen Hostýský Hügel, deren Name sich von dem geschichtsträchtigen Wallfahrtsberg Hostýn (Hostein) herleitet.

Wie schon in der Vergangenheit kann das Freizeitheim “Sola Gratia” auf vielfältige Weise genutzt werden: für Familienfreizeiten, Kinder- und Jugendferienlager, Fortbildungen und geistliche Rüstzeiten. Außerdem werden für Amateur- und Berufsmusiker Weiterbildungen in geistlicher und weltlicher Musik angeboten. Wiedereröffnung des Erholungsheims “Sola Gratia” weiterlesen

Wie und warum hilft die Diakonie der EKBB in Flüchtlingslagern weltweit

Eliáš MolnárEin Bericht von Eliáš Molnár vom diakonischen Zentrum für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit aus dem Flüchtlingslager Dawida (Nordirak)

Ahmed erzählte mir, wie er eine Kalaschnikow nahm und zur Verteidigung bereit war. Als er erfuhr, dass sich seinem Dorf die räuberischen Truppen des “Daesch”[1] nähern, handelte er, wie es sich für einen ehemaligen Soldaten gehört. Frauen und Kinder wurden in Sicherheit gebracht. Ahmed und seine Nachbarn rüsteten sich zum Kampf, zur Verteidigung.

Die Angreifer hatten schweres Kriegsgerät zur Verfügung. Die Verteidiger nur ein paar Maschinengewehre. Ihre Häuser schafften sie drei Stunden lang zu verteidigen. Dann kam die Stunde der Entscheidung, zu Hause bleiben und einem Massaker zum Opfer fallen, oder den Frauen und Kindern folgen. Die zweite Möglichkeit gewann. “Daesch”, wie man im Nahen Osten verächtlich den Islamischen Staat nennt, gewann ein weiteres Gebietsteil. Und aus Ahmed wurde ein Flüchtling. Wie und warum hilft die Diakonie der EKBB in Flüchtlingslagern weltweit weiterlesen

Wir und die Migranten

srbsko-chorvatská hranice_říjen 2015_foto Lubor Vokrouhlický (11)Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt. (Hebräer 13,2)

Das große Thema der in diesem Jahr geführten öffentlichen Debatten sind die Flüchtlinge, Menschen, die aus den verschiedensten Ländern kommen und Sicherheit und zufrieden stellende Lebensbedingungen in der Europäischen Union suchen. Nach Angaben der internationalen Organisation für Migration kam in diesem Jahr weit mehr als eine halbe Million nach Europa und Millionen sind außerhalb der EU-Grenzen auf der Flucht. Es sind Junge, Alte, Mütter mit Kindern, ganze Familien und auch die, die den Tod ihrer Nächsten erlebt und überlebt haben. Jeden Tag kommen Tausende, Tag für Tag wächst die Zahl derjenigen, die die Flucht nicht überlebten. Mit dem Einbruch des Winters wird die Lage weiterer Migranten immer schwieriger. Es droht eine riesige humanitäre Tragödie.

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Gespräch mit Alena Fendrychová: Koordinatorin für die Arbeit mit Flüchtlingen

Alena Fendrychová

Bevor die Flüchtlinge ankommen, können wir für sie Grundlagen schaffen

Es gibt bei uns bis jetzt wenige Flüchtlinge. Es ist allerdings sehr wahrscheinlich, dass sie bald auch in die Tschechische Republik kommen. „Es ist nützlich, sich die Geschichten der Menschen anzuhören, die auf der Suche nach einem neuen Zuhause zu uns kommen. Dann nämlich wird uns deutlich, warum sie auf der Flucht sind; dann scheint es lächerlich zu fragen: warum bleiben sie nicht dort und kämpfen?“, sagt Alena Fendrychová, die sich der Arbeit mit Flüchtlingen widmet.

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Der Ökumenische Rat der Kirchen hat einen neuen Vorsitz

ERCDie Hauptversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen wählte am 26. November 2015 einen neuen Vorsitz in folgender Zusammensetzung:

Vorsitzender: Daniel Fajfr – Vorsitzender des Rates der Brüderkirche

1. Stellvertreter: Daniel Ženatý – Synodalsenior der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder

2. Stellvertreter: Petr Procházka – Superintendent der Evangelisch-methodistischen Kirche

Der Vorsitzende und seine Stellvertreter werden unter den Abgeordneten der Hauptversammlung für zwei Jahre gewählt. Sie können auch wiederholt gewählt werden. Jeder von ihnen muss Vertreter einer anderen Kirche sein.

Die Hauptversammlung ist das höchste Organ des Ökumenischen Rates der Kirchen und setzt sich aus Delegierten der einzelnen Mitgliedskirchen zusammen (höchstens drei für jede Kirche, wobei einer ein Laie sein muss). Der Ökumenische Rat der Kirchen hat einen neuen Vorsitz weiterlesen

Hieronymus von Prag- Europäer- Gelehrter- Aufrührer

tiskovka 25.2.2016 (4)

Vor 600 Jahren wurde Hieronymus von Prag in Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Obwohl diese bedeutende Persönlichkeit des tschechischen Mittelalters im Schatten von Hus steht, ist eines über seine Person wohl sehr bekannt:

Nach dem Tod von Jan Hus wurde Hieronymus von Prag gefoltert und widersprach aus Angst um sein Leben den husschen Thesen. Später distanzierte er sich allerdings von seinem Widerruf und starb den gleichen Tod wie sein Freund. Die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder gedenkt dieser Persönlichkeit in einer Projektreihe.

Die diesjährige Aktion ist Teil des Projekts „Unsere Reformation“ der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder. Ziel des Projekts ist es auf kirchliche Gedenktage aufmerksam zu machen. Begonnen haben wir 2013 mit dem 400-jährigen Herausgabejubiläum der Kralitzer Bibel und wir beenden die Reihe 2018 mit der Feier des 100-jährigen Bestehens der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder. Hieronymus von Prag- Europäer- Gelehrter- Aufrührer weiterlesen

Ungewöhnlich fasten? Vierzig Tage ohne Auto

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Prag (21. Januar 2016) – Vierzig Tage ohne Auto? In der vorösterlichen Fastenzeit kann man die Grenzen seiner Möglichkeiten kennen lernen und auf eine eher ungewöhnliche Art fasten. Die Organisatoren der Veranstaltung „Auto-Fasten“ fordern dazu auf.

Die Fastenzeit beginnt dieses Jahr am 10. Februar, am Aschermittwoch und endet am Karsamstag, dem 26. März. Ungewöhnlich fasten? Vierzig Tage ohne Auto weiterlesen

Hieronymus von Prag – 600 Jahre

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Hieronymus von Prag, 1378? – 30.5.1416, ein tschechischer Philosoph, religiöser Denker, Politiker, Reisender und ein Ketzer. Er wuchs in einem interkulturellen Prag auf, wohin zahlreiche Studenten, vor allem aus den deutschsprachigen Ländern, zum Studieren kamen. Seit der Herrschaft Kaiser Karls IV. war Prag eine europäische Großstadt, in der der Kirche eine zentrale Stellung zukam.

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