Alle Artikel von Jiří Hofman

Bulletin 50 – Sommer 2020

Lieber Leserinnen und Leser,

es ist sicher, dass die klimatischen Veränderungen, unter anderem die Trockenheit, uns alle wirklich bedrohen. Nur in der Tschechischen Republik scheint dies gerade nicht sehr wahrscheinlich zu sein. Wir haben Juni, aber der Sommeranfang lässt auf sich warten. Die Hitze, die uns einige Jahre zu dieser Zeit schon ziemlich geplagt hat, scheint weit entfernt zu sein, es regnet und regnet. Einstweilen wenigstens. Freuen wir uns darüber! Die Welt bewegt immer noch das „chinesische Virus“, hoffen wir, dass dieses Virus allmählich am Verschwinden ist, wir sind dankbar, dass die Epidemie in unserem Land sehr gut bewältigt wurde und dies wünschen wir auch Ihnen in anderen Teilen der Welt. Bitten wir für die ganze betroffene Welt.

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Es ist fast unglaublich, wie in unserer Gesellschaft in der Zeit der Pandemie ein Zusammenhalt zum Ausdruck kam, wie Menschen Mund- und Nasenschutz nähten und verteilten, wie aufopfernd, wirklich bis an die Grenze ihrer Kräfte die Menschen im Gesundheitswesen, die Mitarbeiter in den Seniorenheimen und so weiter und so weiter arbeiten.

In diesem Zusammenhang erwähne ich auch gerne unsere Pfarrer, die Pfarrerinnen und Pfarrer der EKBB, aber sicher wird das auch in anderen Kirchen ähnlich sein. Gottesdienste konnten zwar nicht stattfinden, aber die Pfarrer hatten paradoxerweise mehr Arbeit als üblich! Damit wir nichts verpassen, haben sie on-line Gottesdienste vorbereitet. Und gerade in die Mitte der Zeit, in der sich das heimtückische Virus verbreitet hat, fiel das Osterfest!

Der Pandemie haben wir auch einige Artikel in diesem Bulletin gewidmet. Gerne würde ich Sie auch auf den Artikel darüber hinweisen, wie ein tschechischer Pfarrer in der schottischen Kirche, in Lockerbie, lebt. Im Zusammenhang mit der Pandemie hat auch er es nicht leicht, auch er bereitet Gottesdienste über das Internet vor, von Kameras aufgenommen, und dazu bereitet er die Liedtexte vor…

Liebe Freunde, ich wünsche uns allen, dass der pandemische Sturm bald vorüber ist, und dass wir die Sommerzeit frei und sinnvoll verbringen können.

Friede sei mit Ihnen.

Jana_PliskovaFür den Redaktionsrat

Jana Plíšková

Bulletin 50 – Sommer 2020 (PDF)

Bulletin 49 – Ostern 2020

Unsere lieben Leser,

unser vorösterliches ökumenisches Bulletin ist für Sie vorbereitet. Ostern – das ist eine konstante Sicherheit, Ostern wird es geben ohne Rücksicht darauf, dass sich über die Welt unverfroren ein freches Virus verbreitet; die Herrschaft Jesu kann es damit nicht bedrohen.

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Soweit es um die Texte in dieser Ausgabe geht, würde ich Sie gerne auf das Gespräch mit dem Pfarrer unserer Kirche Tomáš Jun hinweisen. Tomáš Jun hat sich zu einem ziemlich mutigen Schritt entschlossen, er hat sich nämlich der stark vor sich hinsterbenden Gemeinde in Ústí nad Labem (Aussig an der Elbe) angenommen und die Veränderungen, die sich in der kurzen Zeit seines Wirkens ereigneten, ließen sich beinahe als Wunder bezeichnen. Für Tomáš war es nämlich eine wahrhaftige Herausforderung – wie kann eine Gemeinde in einer Kreisstadt mit 95 000 Einwohnern ganz aussterben? Das ist doch nicht möglich! Sehen Sie also, was dem 34-jährigen Pfarrer schon gelungen ist und was er vorhat weiter zu tun. So sei die Arbeit von Tomáš Ermutigung für unser Wirken, denn er gibt uns die Gewissheit, dass auch scheinbar hoffnungslose Dinge einen Sinn haben, sie können einen gewaltigen Nutzen und Freude bringen.

Und das Zweite, was ich erwähnen möchte und es scheint auch fast unmöglich zu sein, ist das Wirken eines Vereins mit dem Namen „Eine Million Momente für die Demokratie“. Zwei jungen Leuten, Gründern dieses bürgerlichen Widerstands, ist es gelungen, einen Widerspruch des tschechisches Volkes gegen die Regierung in Gang zu bringen, der eigentlich irgendwie nicht mehr in die heutige Zeit zu gehören scheint. Die Teilnahme an Demonstrationen, die von „Eine Million Augenblicke—“ organisiert werden, ist eindeutig am größten seit der Samtenen Revolution im November des Jahres 1989, sie nähert sich zahlenmäßig fast dem November 1989!

Liebe Freunde, das Virus wird die Welt nicht aus den Angeln heben. Ach dass uns Ostern Frieden und Hoffnung bringe, die die Sorgen unserer Welt weit übersteigen – in allen Richtungen!

Jana_PliskovaFür den Redaktionsrat

Jana Plíšková

Bulletin 49 – Ostern (PDF)

Bulletin 48 – Advent 2019

Verehrte Leserinnen und Leser,

darüber, dass die Jahrestage in unserer Kirche nicht enden wollen, habe ich schon im letzten Editorial in diesem Sommer geschrieben. Und jetzt kommt ein weiterer Jahrestag, der auch wichtig ist. Er hat zwar kein keinen christlichen Hintergrund, aber er betrifft auch die Christen ganz existenziell, geht es in ihm doch um die Freiheit! Um die Freiheit von uns allen, Bürgern der ehemaligen Tschechoslowakei, die wie bei der samtenen Revolution errungen haben „im samtenen zärtlichen November“ des Jahres 1989. Also gerade vor dreißig Jahren!

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Und wie ist es heute? Haben wir immer noch Grund zur Freude? Was und wohin ging uns in den 30 Jahren verloren? Zweifel und Fragen bestätigen uns in einem – der Kampf um die Freiheit endet nie.

Es macht keinen großen Sinn zu beschreiben, was Sie alles im neuen Bulletin erwartet, ein bedeutendes Ereignis möchte ich dennoch erwähnen, und dieses Mal wirklich ein kirchliches Ereignis – die ganz neue evangelische Schule mit dem Namen Filipka, mit deren Direktorin Sie im letzten Bulletin ein Gespräch lesen konnten, wurde im September wirklich feierlich eröffnet. In der Schule geht es fröhlich zu, zufrieden sind die kleinen Schüler und die Lehrer. Hoffen wir, dass dies immer so sein wird. Und hoffen wir auch, dass das neue Bulletin Ihr Interesse weckt.

Der Advent kommt, wir können uns wieder auf Weihnachten freuen, auf das Fest der Geburt von Gottes Sohn, der zu uns gekommen ist, um uns zu begleiten und zu trösten, um uns über dem Wasser zu halten und hauptsächlich um mit uns zu sein und über uns als Vision der kommenden Dinge.

Jana_PliskovaMit dem Wunsch von Gottes

Frieden grüße ich Sie für die ganze Redaktion

Jana Plíšková

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Bulletin 47 – Sommer 2019

Verehrte Leserinnen und Leser,

wirklich große Jubiläen wurden in unserer Kirche von 2015 bis 2018 fast ununterbrochen gefeiert. Und es ist kein völliges Ende in Sicht. Im Juni dieses Jahres feiert die Diakonie der EKBB 30 Jahre, da sie paradoxerweise knapp vor der Samtenen Revolution und dem Regimewechsel gegründet wurde. Die Diakonie ist auf soziale Dienste spezialisiert und in diesen 30 Jahren ist ihr wirklich viel gelungen; sie wurde zu einer kompetenten und bekannten NGO, hat auch ein Zentrum für humanitäre Hilfe, das in Ländern, die von Hunger, Fluten und weiteren Katastrophen betroffen sind, aktiv ist. Es arbeitet auch in Flüchtlingslagern, die von Mitteleuropa weit entfernt sind. Und man muss auch sagen, dass die Diakonie nach der katholischen Caritas die zweitgrößte Organisation dieser Art in der Tschechischen Republik ist. Von diesem Jubiläum werden Sie sicherlich in der nächsten Ausgabe unserer Nachrichten lesen, aber wie es der Diakonie gelungen ist, fünf Schulen für junge Schüler im fernen Myanmar zu renovieren, können Sie schon in dieser Ausgabe lesen; wir freuen uns darüber.

Bulletin 47 – Sommer DE

Die Schulen der Evangelischen Akademie – auch darauf kann unsere Kirche stolz sein. Der Wirkungskreis geht hier zwar nicht über Mitteleuropa hinaus, aber diese Schulen sind nicht weniger wichtig. In Brünn ist eine neue, siebte Schule entstanden, die den ansprechenden Namen Filipka trägt. Mehr darüber im Interview mit ihrer Direktorin.

Die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder steht für diejenigen ein, die aufgrund ihrer Überzeugungen oder ihres Glaubens an verschiedenen Orten der Welt unterdrückt werden. Auch wenn wir nicht die Möglichkeiten oder die Macht haben, aktiv einzugreifen, können wir auf diese Situationen hinweisen, Diskussionen veranstalten oder demonstrativ widerständige Versammlungen. Auch dazu lesen Sie mehr in unseren Nachrichten – sicherlich nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal. Glauben wir, dass Zeiten kommen, in denen keine Protestaktionen mehr notwendig sind! Wenn nicht hier und jetzt, dann doch einst im Reich Gottes. Daran halten wir fest.

Mit den besten Wünschen für einen friedlichen und möglichst frischen Sommer

Im Namen des Redaktionsrats

Jana_PliskovaJana Plíšková

Bulletin 47 – Sommer DE

 

Bulletin 46 – Ostern 2019

Wir freuen uns, liebe Leser, dass wir Ihnen zu Ostern eine neue Ausgabe unserer Evangelischen Nachrichten aus Tschechien vorstellen dürfen. Wir müssen in ihr zu zwei Ereignissen zurückblicken, die nicht mehr nagelneu sind, für uns aber eine große Bedeutung haben.

Bulletin 46 – Ostern DE

Über das hundertste Jubiläum unserer Kirche haben wir bereits in früheren Ausgaben geschrieben, die große Jubiläumsfeier fand jedoch fast auf den Tag genau an dem gleichen Ort statt, an dem unsere Kirche im Dezember 1918 gegründet wurde. Einen Bericht davon sowie Links zu Photos und Video bringen wir also in dieser Ausgabe.

Jan Palach. Dieser Name ist unauslöschbar in die tschechische Geschichte eingegangen. Im Januar 1969 hat sich dieser Student knapp ein halbes Jahr nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch die sowjetische Armee und weitere Warschauer-Pakt-Truppen aus Protest gegen die Resignation der tschechischen Gesellschaft verbrannt. Nach einer Trauerfeier im Karolinum, der Aula der Prager Karlsuniversität, wo die akademische Gemeinde aber auch tausende weiterer Bürger von dem Verstorbenen Abschied nahm, wurde Jan Palach am Olšany Friedhof von Jakub Trojan, dem späteren Professor der Evangelisch-Theologischen Fakultät beerdigt. Ein Gespräch mit Prof. Trojan, in dem er an den Januar 69 zurückdenkt, können Sie auch in diesem Bulletin lesen. Ich möchte noch gerne darauf hinweisen, dass die Gedenkfeiern, die im Januar diesen Jahres in Prag am Nationalmuseum, wo sich Palach verbrannt hatte, stattfanden, würdig und angemessen waren und dass Synodalsenior Daniel Ženatý und weitere Vertreter des tschechischen ökumenischen Rats dabei zu Wort kamen.

Jana_PliskovaLiebe Freunde, Gott hat uns mit Ostern große Freude, Hoffnung und Frieden geschenkt. Mögen uns diese Gaben auch in der kommenden Zeit erhalten bleiben.

 Jana Plíšková

Bulletin 46 – Ostern DE

Bulletin 45 – Advent 2018

Liebe Leser,

Die Jahre, die mit einer Acht enden, sind in europäischem oder sogar globalem Maßstab von Bedeutung. In der tschechischen Geschichte gibt es viele einschneidende Achter-Jahre und sie werden 2018 besonders bedacht.

Bulletin 45 – Advent DE

50 Jahre trennen uns vom 1968, das mit dem vielversprechenden Prager Frühling begann und mit dessen totaler Umkehrung durch die Besetzung der Warschauer-Pakt-Armeen endete. Und an einen weiteren fünfzigsten Jahrestag wollen wir erinnern, auch wenn er nicht mehr 1968 betrifft – im Januar 1969 hat sich vor dem Nationalmuseum, am oberen Ende des Wenzelsplatzes der Student Jan Palach selbst verbrannt und wollte mit dieser Tat die tschechische Nation aus ihrer Lethargie, die sich nach der sowjetischen Besetzung breit gemacht hatte, aufrütteln.

Schließlich etwas Hoffnungsvolleres – es gibt ein einhundertjähriges Jubiläum und hierzu gibt es wirklich etwas zu feiern! Das Ende des ersten Weltkriegs, aber auch die Gründung der Tschechoslowakischen Republik, für die besonders der Name des ersten Präsidenten Tomáš Garrigue Masaryk steht, und 100 Jahre Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder. Einen Artikel zum Jubiläum unserer Kirche finden Sie in dieser Ausgabe der Evangelischen Nachrichten aus Tschechien an erster Stelle.

Es gilt aber auch, was unser Synodalsenior in seiner Predigt zum Jubiläum bei den Feierlichkeiten in Pardubice gesagt hat: „Was sind schon hundert Jahre?“. Es wird Advent. Möge die Botschaft von Weihnachten uns stärken und Hoffnung geben. In der oft so geschäftigen Weihnachtszeit wollen wir nicht vergessen, wo wir Unterstützung und Freude finden, wo die Quelle des Friedens ist, der höher ist als alle Vernunft.

Mit besten Wünschen

Jana_Pliskova
Jana Plíšková

Bulletin 45 – Advent DE

Bulletin 44 – Sommer 2018

Liebe Leser,

wie groß ist die Freiheit in der wirtschaftlich boomenden Volksrepublik China? Wir wissen dazu manches und wundern uns nicht, dass Christen aus China fliehen. Ihr Leben ist tatsächlich in Gefahr.

Bulletin 44 – Sommer DE

Und es ist auch nicht verwunderlich, dass sie zu uns fliehen, in die freie Tschechische Republik, wo sie Verständnis und freundliche Aufnahme erwarten. Ihre Erwartungen werden enttäuscht, die politischen Verhältnisse in diesem freien Land sind nicht freundlich oder verständnisvoll, jedenfalls nicht gegenüber Migranten. Auch wenn die Mächtigen sich dabei auf den Begriff der christlichen Werte berufen. So verwendet ist der Begriff völlig sinnentleert und nichtssagend.

Und so können Sie in diesen Evangelischen Nachrichten aus Tschechien lesen, wie sich unsere Kirche gegenüber diesen Asylbewerbern verhält. Über den Widerstand der Kubaner gegen ihr Regime haben wir schon früher geschrieben, auch dieses Jahr hat unsere Kirche ihre Solidarität mit den kubanischen Dissidenten zum Ausdruck gebracht. Wir hoffen, dass sie an dem Programm, dass wir für sie in der Václav-Havel-Bibliothek durchgeführt haben, Freude hatten.

Und Ihnen, liebe Freunde, wünschen wir Freude am Sommer. Aber vor allem – halten wir die Freiheit hoch in Ehren, freuen wir uns, wenn wir nicht um sie kämpfen müssen. Sie ist ein hohes Gut.

Mit den besten Wünschen unserer Redaktion

Jana_PliskovaJana Plíšková

 Bulletin 44 – Sommer DE