Alle Artikel von pliskova

Bulletin 44 – Sommer 2018

Der Leitartikel

Liebe Leser,

wie groß ist die Freiheit in der wirtschaftlich boomenden Volksrepublik China? Wir wissen dazu manches und wundern uns nicht, dass Christen aus China fliehen. Ihr Leben ist tatsächlich in Gefahr.

Und es ist auch nicht verwunderlich, dass sie zu uns fliehen, in die freie Tschechische Republik, wo sie Verständnis und freundliche Aufnahme erwarten. Ihre Erwartungen werden enttäuscht, die politischen Verhältnisse in diesem freien Land sind nicht freundlich oder verständnisvoll, jedenfalls nicht gegenüber Migranten. Auch wenn die Mächtigen sich dabei auf den Begriff der christlichen Werte berufen. So verwendet ist der Begriff völlig sinnentleert und nichtssagend.

Und so können Sie in diesen Evangelischen Nachrichten aus Tschechien lesen, wie sich unsere Kirche gegenüber diesen Asylbewerbern verhält. Über den Widerstand der Kubaner gegen ihr Regime haben wir schon früher geschrieben, auch dieses Jahr hat unsere Kirche ihre Solidarität mit den kubanischen Dissidenten zum Ausdruck gebracht. Wir hoffen, dass sie an dem Programm, dass wir für sie in der Václav-Havel-Bibliothek durchgeführt haben, Freude hatten.

Und Ihnen, liebe Freunde, wünschen wir Freude am Sommer. Aber vor allem – halten wir die Freiheit hoch in Ehren, freuen wir uns, wenn wir nicht um sie kämpfen müssen. Sie ist ein hohes Gut.

Mit den besten Wünschen unserer Redaktion

Jana_PliskovaJana Plíšková

Tschechisch-ungarische Diskussionen zur Rolle der Kirche in der Gesellschaft

2_IMG_20180228_083431Leitende Vertreter der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) und der evangelisch-lutherischen Kirche in Ungarn (ELKU) trafen sich Ende Februar in Brünn. Sie sprachen unter anderem über das Schulwesen und die Finanzierung der Kirchen oder über Fragen der nationalen Identität. Tschechisch-ungarische Diskussionen zur Rolle der Kirche in der Gesellschaft weiterlesen

Roma unter uns. Die Geschichte einer Abiturientin

IMG_3891 - kopieEin schüchternes Klopfen ist zu hören. Dann wird die Tür aber ungestüm aufgerissen und zwei kleine Mädchen stürmen herein. Sie stürzen sich auf Andrea und bitten sogleich: „Andy, spielen wir Zucker- Kaffee?“ Andrea Bendíková wird umschlungen und antwortet geschwind: „Aber erst nach dem Nachhilfeunterricht, einverstanden?“ Die Mädchen stimmen zu. Roma unter uns. Die Geschichte einer Abiturientin weiterlesen

Drei Dinge, die ich bei meinem Studienaufenthalt in der Tschechischen Republik gelernt habe

Double degree programme fotka2Die Evangelisch-Theologische Fakultät in Prag (ETF) führte 2015/16 einen neuen Bachelorstudiengang ein, der in vielerlei Hinsicht innovativ und ungewöhnlich ist. Er wird in Zusammenarbeit mit der Diakonischen Fachhochschule (Diak) in Helsinki, Finnland, und der Internationalen Akademie für Diakonie und soziales Handeln, Mittel- und Osteuropa (Interdiac) im schlesischen Teil der Tschechischen Republik durchgeführt, und der Unterricht wird von Dozenten aller drei Institutionen gemeinsam abgehalten. Die Studenten sind sowohl an der ETF als auch an der Diak eingeschrieben, und mit ihrem Abschluss erwerben sie akademische Abschlüsse von beiden Partneruniversitäten. Das Studienprogramm heißt „Soziale Dienste mit Schwerpunkt auf Diakonie und christlicher sozialer Praxis“, und die Unterrichtssprache ist ausschließlich Englisch. Die meisten Studenten kommen aus östlichen europäischen oder außereuropäischen Staaten, und Ziel des Programmes ist es, ihnen sowohl theoretische als auch praktische Kenntnisse auf dem gesamten Gebiet der Sozialarbeit und der sozialen Dienste zu vermitteln, wobei auf einen partizipativen Ansatz, auf Befähigung zur Selbsthilfe und auf Gemeinwesenarbeit ein besonderer Fokus gelegt wird. Das Programm beinhaltet auch das Studium der Sozialarbeit im Umfeld der Kirchen und Glaubensgemeinschaften (Diakonie) ‒ ein Zusatzstudium, das die Absolventen befähigt, im kirchennahen Umfeld tätig zu werden. Die Studenten müssen im Rahmen des Studiums umfangreiche Praktika absolvieren. Drei Dinge, die ich bei meinem Studienaufenthalt in der Tschechischen Republik gelernt habe weiterlesen

Chinesische Christen in der Tschechischen Republik

Erklärung des Synodalrats zur Ablehnung der Asylanträge chinesischer Christen

SAMSUNG CAMERA PICTURESNur acht chinesische Christen, die in der Tschechischen Republik um internationalen Schutz gebeten haben, bekamen vom Innenministerium Ende Februar einen positiven Asylbescheid. Die Entscheidung über die Anträge, die die Flüchtlinge Anfang des Jahres 2016 gestellt hatten, wurde mehrmals vertagt, 70 Asylanträge wurden schließlich abgelehnt. Chinesische Christen in der Tschechischen Republik weiterlesen

Erstes Treffen einer tschechisch-niederländischen Arbeitsgruppe

IMG_20180404_163744Am Ostermontag traf sich erstmals eine tschechisch-niederländische Arbeitsgruppe, die sich über drei Jahre dem Thema Säkularisierung widmen wird. Das erste gemeinsame Seminar fand vom 2. – 4. April 2018 in Horní Maršov (Marschendorf) im östlichen Riesengebirge statt, und zwar in den Räumen eines ehemaligen Pfarrhauses, das nach behutsamer Sanierung heute von einem Verein genutzt wird. Erstes Treffen einer tschechisch-niederländischen Arbeitsgruppe weiterlesen

Eine neue Partnerschaft

IMG_0840Seit die EKBB 2004 dem Lutherischen Weltbund beigetreten ist, erfahren wir diese Weltgemeinschaft in unterschiedlicher Weise als Bereicherung. Die Verbundenheit war in besonderer Weise beim Reformationsjubiläum im Jahr 2017 zu spüren. Bereits 2016 begannen erste Kontakte mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELCA). Der Kirchenkreis (Synod) aus dem Gebiet von La Crosse in Wisconsin war auf der Suche nach einer neuen Partnerschaft im mitteleuropäischen Raum. Nach anfänglichem Kennenlernen über Telefongespräche und E-Mails, kam im Juni 2017 eine Delegation der La Crosse Area Synod zum Besuch in die Tschechische Republik. Viele Gespräche und viele Besuche gaben den vier Besuchern einen Eindruck von Geschichte und Gegenwart der EKBB. Eine neue Partnerschaft weiterlesen

Der Ökumenische Rat lehnt die Besteuerung von zurückerstatteten Kirchengütern ab

ercDer Ökumenische Rat der Kirchen in der Tschechischen Republik hat mit Besorgnis auf Information reagiert, dass das Abgeordnetenhaus des Parlaments der Tschechischen Republik in einer ersten Lesung die Eingabe der Kommunistischen Partei in Böhmen und Mähren für eine Besteuerung der Restitution der Kirchengüter unterstützte. Der Ökumenische Rat lehnt die Besteuerung von zurückerstatteten Kirchengütern ab weiterlesen

Weltmissionskonferenz in Arusha, Tansania

Arusha, Tanzania, March 2018Die 14. Konferenz über Weltmission und Evangelisation fand vom 8.-13. März 2018 in der Stadt Arusha in Tansania statt. Wie üblich wurde sie von der Kommission für Weltmission und Evangelisation (CWME) des Ökumenischen Rates der Kirchen organisiert und diesmal nahmen über 1000 Delegierte aus protestantischen, orthodoxen, anglikanischen, katholischen und weiteren Kirchen teil. Aus der EKBB nahm der junge Theologe Pavol Bargár daran teil. Wir bringen hier Auszüge aus seinem Bericht: Weltmissionskonferenz in Arusha, Tansania weiterlesen