Alle Artikel von pliskova

Nachträgliche Steuer für die Kirchen. Falls dem Vorschlag zugestimmt wird, zahlen die Kirchen hunderte Millionen Kronen für den rückerstatteten Besitz

6.logo_vertikal barevnéDie kommunistischen Abgeordneten haben eine Besteuerung der Ausgleichszahlungen für den Besitz, der den Kirchen im Jahre 1948 vom kommunistischen Regime unrechtmäßig genommen wurde, vorgeschlagen. Ende Januar diesen Jahres stimmten die Abgeordneten des Unterhauses des Parlaments der Gesetzesänderung zu. Nachträgliche Steuer für die Kirchen. Falls dem Vorschlag zugestimmt wird, zahlen die Kirchen hunderte Millionen Kronen für den rückerstatteten Besitz weiterlesen

Gedanken einer Studentin, die von weit her nach Prag kam

IMG_4043Jedes Jahr verbringen etwa zwanzig bis dreißig Studierende aus dem Ausland ein Jahr oder ein Semester an der Evangelisch-Theologischen Fakultät in Prag, wo ihnen eine Reihe von Veranstaltungen auf Englisch zur Verfügung steht. Hier folgen ein paar Gedanken von einer von ihnen – einer Studentin vom Columbia Theological Seminary in den USA. Gedanken einer Studentin, die von weit her nach Prag kam weiterlesen

Anfang diesen Jahres verließ uns unser langjähriger Kollege Prof. Milan Balabán

9. Milan Balaban fotkaMilan Balabán wurde am 3. September 1929 in Boratyn, in der heutigen Westukraine, geboren. Sein Vater war dort Geistlicher der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) bei den wolhynischen Tschechen. In den Jahren 1948-1952 studierte Milan Balabán an der theologischen Comenius- Fakultät, der heutigen Evangelisch-Theologischen Fakultät der Karlsuniversität Prag.

Zwischen 1952 und 1974 war er anfangs Vikar, später Pfarrer in den Gemeinden der EKBB in Šenov, Strmilov, Semtěš bei Čáslav und in Prag-Radotín. Im Jahr 1969 absolvierte er ein Postgraduierten-Studium am Ökumenischen Institut in Château de Bossey in der Schweiz.

Er war Mitglied der Gruppe, die im Rahmen der tschechischen ökumenischen Bibelübersetzung am Alten Testament arbeitete. 1974 wurde er auf staatliches Geheiß aus dem Dienst als Geistlicher entlassen und war bis 1990 Arbeiter. In dieser Zeit organisierte er illegal Weiterbildungen, einschließlich weiterführender Studien in Theologie über die Universität Cambridge, im Selbstverlag wurden einige seiner Werke und Gedichtbände veröffentlicht, die nach dem Ende des kommunistischen Regimes von renommierten Verlagen herausgegeben wurden.

Als Pfarrer ohne staatliche Genehmigung gründete er in Prag ein alttestamentliches Seminar und nahm auch an Untergrundseminaren in Zusammenarbeit mit Milan Machovec, Egon Bondy, Radim Palouš und weiteren bekannten Dissidenten teil.

Im Jahr 1990 wurde ihm für seine Arbeit CH-R-Š im Alten Testament, vorgelegt bereits 1972, die Doktorwürde in Theologie verliehen. 1993 habilitierte er sich mit der Arbeit „Glaube- oder Schicksal?“, 1995 wurde er zum Professor der Karlsuniversität ernannt.

Im Oktober 2002 erhielt er von Václav Havel eine staatliche Auszeichnung für seine Verdienste um die Tschechische Republik.

Sein ganzes Leben beschäftigte er sich mit der hebräischen Gedankenwelt und der Phänomenologie des Glaubens. Als Dichter untersuchte er die phänomenologische Qualität tschechischer und ausländischer Gedichte. Studenten und Kollegen an der Evangelisch- Theologischen Fakultät kannten ihn als herzlichen und witzigen Pädagogen, klugen Freund, originellen Denker und großen Dichter.

Milan Balabán starb am 4. Januar 2019 in Libice nad Cidlinou.

 Pavel Hošek

Wie wird das dreißigjährige Jubiläum der Diakonie in diesem Jahr gefeiert?

10. IMG_8632Im Juni 1989 nahm die Diakonie der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder ihre Tätigkeit wieder auf. An dieses bedeutsame Jubiläum erinnern verschiedene Geburtstagsfeiern, deren Höhepunkt ein gemeinsames Treffen am 20. Juni um 15 Uhr in der Salvatorkirche in Prag sein wird. Wir bereiten ein Festprogramm mit vielen Gästen vor, das in einigen Stationen durch drei Jahrzehnte des Daseins der Diakonie führt, von den nachrevolutionären Anfängen bis in die heutigen Tage. Auch Musik wird nicht fehlen, ebenso wenig wie Raum für Begegnungen und Gespräche bei Kaffee oder einem Glas Wein. Wir laden alle ein, die gemeinsam mit uns den Geburtstag der Diakonie feiern möchten: Angestellte, Freunde, Partner der Diakonie und andere. Wir freuen uns auf Sie! Zur Feier der Diakonie haben wir zudem eine eigene Webseite erstellt: www.diakonie30.cz. Sie finden dort einen Veranstaltungskalender der Zentren und Schulen, aber auch Geschichten aus dem Leben der Diakonie, Informationen zu ihrer Geschichte bzw. ihren Werten oder die Möglichkeit, der Diakonie zum Dreißigsten ein Geschenk zu kaufen. Wie wird das dreißigjährige Jubiläum der Diakonie in diesem Jahr gefeiert? weiterlesen

Die Diakonie ist die Nummer eins im Förderschulwesen

11. Škola Čá¡slav 14Fünfzehn Schulen und über vierhundert Schüler – im Förderschulwesen ist die Diakonie der EKBB in der Tschechischen Republik auf dem Spitzenplatz. Aber es geht ja nicht nur um die Anzahl. Die Schulen der Diakonie gelangten auch dadurch auf den ersten Platz, dass sie für Kinder mit schwersten Formen von gesundheitlicher Einschränkung offen sind, einschließlich des niedrigfunktionalen Autismus. In zwei Fällen, nämlich in Merklín bei Pilsen und in Prag, bietet die Diakonie den Schülern unter der Woche außerdem die Unterbringung in Internaten an. In den Förderschulen der Diakonie gehen wir davon aus, dass jeder unserer Schüler einzigartig ist. Der eine sitzt ordentlich in der Bank, der zweite muss sich ständig bewegen, der nächste ist so empfindlich, dass ihn selbst eine winzige Abweichung von der eingeführten Ordnung unkontrollierbar erschüttert: Es löst solch ein Geschrei aus, dass es durch die ganze Schule hallt. Allerdings ist klar, dass auch Menschen mit schwersten Behinderungen zu Bildung fähig sind. Sie müssen nicht gleich lesen und schreiben lernen. Fortschritte lassen sich auch darin machen, wie man Hunger, ein Unruhegefühl oder die Sehnsucht nach Gesellschaft verständlich zum Ausdruck bringt. Für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen ist das keine Kleinigkeit, sondern ein grundlegender Schritt nach vorn. Wir verlassen uns dabei auf Fachkenntnis, Erfahrung und auch den guten Willen unserer Pädagogen. Und auch auf den individuellen Zugang, also wenige Schüler pro Klasse. Unsere Schulen sind recht familiär. Darauf stützen wir uns in der Diakonie. Die Diakonie ist die Nummer eins im Förderschulwesen weiterlesen

China, Vietnam, Brasilien, Singapur. Eine Sonderschule in Michle unterrichtet auch ausländische Kinder

syn Jia Liang a tatínek Tu Shao Hua Es ist ein nasskalter Novembervormittag und in der Sonderschule im Prager Stadtteil Michle beginnt ein neuer Schultag. Es wird ganz gewöhnlicher Schultag sein, das zeichnet sich schon auf der Straße vor der Schule ab. Aus den parkenden Autos steigen ungefähr acht Chinesen und gehen hinein. Was hat es damit auf sich? China, Vietnam, Brasilien, Singapur. Eine Sonderschule in Michle unterrichtet auch ausländische Kinder weiterlesen

Wir bekennen und sind dankbar. Erklärung des Synodalrates der EKBB zum 100. Jahrestag seit der Entstehung der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder

ZDSC_0189Unsere Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) gedenkt in diesem Jahr der 100 Jahre seit ihrem Entstehen durch den Zusammenschluss der tschechischen Gemeinden der reformierten und der lutherischen Kirche in den Böhmischen Ländern zu einer Gemeinschaft. Die EKBB hat die Lehre beider Traditionen übernommen, und darüber hinaus hat sie sich bewusst und mit Freude zur böhmischen Reformation des 15. Jahrhunderts und zur „alten Brüderunität“ bekannt. Sie hat damit den Weg gedanklicher Vielfalt und Offenheit beschritten. Wir sind dankbar dafür, dass wir in unserer Kirche regelmäßig die biblische Botschaft vom Reich Gottes hören konnten, das für diese Welt bestimmt ist und Hoffnung gibt, die über unser Leben hinausreicht. Wir sind dankbar dafür, dass sich Evangelische in bedeutendem Maße und verständlicher Weise an der Ausbreitung des Evangeliums beteiligen konnten, unter anderem auch bei der Arbeit an der neuen tschechischen ökumenischen Übersetzung der Bibel. Wir bekennen und sind dankbar. Erklärung des Synodalrates der EKBB zum 100. Jahrestag seit der Entstehung der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder weiterlesen

Der Glaube beansprucht keine definitiven Antworten. Interview mit Jakub S. Trojan

4. Jakub TrojanJakub S. Trojan ist Theologe, Pfarrer der EKBB und ehemaliger Dekan der ETK UK. Am 25.01.69 bestattete er Jan Palach, den Studenten der Karlsuniversität, der sich selbst angezündet hatte, aus Protest gegen die Gleichgültigkeit, die die tschechische Gesellschaft nach der Okkupation der sowjetischen Armee im August 1969 gefangen hielt. Seit dieser Begebenheit sind 50 Jahre vergangen. Der Glaube beansprucht keine definitiven Antworten. Interview mit Jakub S. Trojan weiterlesen

Mit der feierlichen Versammlung im Obecni dum in Prag ging das Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen der EKBB zu Ende

EVAK6149Wir sind glücklich und dankbar über ein Jahr der Feierlichkeiten, die wir gemeinsam erleben konnten. Bei den Zusammenkünften, in Gottesdiensten, bei Filmvorführungen und Diskussionen in der Vaclav-Havel-Bibliothek, in zahlreichen Publikationen, bei Konzerten, in Gesprächsrunden, und Gebeten… All das gipfelte in einem 4-tägigen Festival in Pardubice, wo sich Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden aus allen Ecken des Landes trafen.  Zum Ende des Jahres gehörte der Dank all jenen, die in der EKBB ihren Dienst tun, sei es als Pfarrerinnen und Pfarrer oder Kuratoren der Gemeinden. Symbolisch geschah das am 16.12.2018 im Prager Repräsentationshaus, also an dem Ort, an dem vor 100 Jahren die Generalversammlung entschied, die tschechischen Gemeinden der zwei evangelischen Kirchen (lutherischen und reformierten) zu einer gemeinsamen Kirche, der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder zusammenzuschließen. Mit der feierlichen Versammlung im Obecni dum in Prag ging das Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen der EKBB zu Ende weiterlesen