1918-2018: Hundert Jahre – Jubiläum der Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder

DSC_1201Im Jahr 1918 war Österreich-Ungarn ein Pulverfass, das kurz davor war, in die Luft zu gehen. Die politischen und staatsrechtlichen Veränderungen führten in Böhmen zur Abtrennung vom Wiener Kirchenrecht. Die tschechischen Protestanten spürten die Gunst der Stunde und begannen mit den innerkirchlichen Verhandlungen. Die angestrebte Vereinigung der zwei größten evangelischen Kirchen, der lutherischen (Augsburger Bekenntnis) und der reformierten Kirche (helvetisches Bekenntnis), war Inhalt der Verhandlungen. In der Euphorie über den Zerfall Österreich-Ungarns und zusammen mit den Vorzeichen eines freien tschechischen Staates lösten sich alle theologischen und politischen Bedenken, die einer Vereinigung vorher im Wege gestanden hatten, auf. 1918-2018: Hundert Jahre – Jubiläum der Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder weiterlesen

Jiří Mrázek als Dekan der Prager Theologischen Fakultät wiedergewählt

Jiri Mrazek IProfessor Jiří Mrázek wird das Amt des Dekans der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Karlsuniversität (ETF) auch bis 2022 innehaben. Seine erste, vier Jahre währende Amtszeit ging mit dem akademischen Jahr 2017/2018 zu Ende, doch wurde er für eine zweite Amtszeit vom Akademischen Senat der ETF (bestehend aus Vertretern von Studenten und Lehrenden) wiedergewählt und dann offiziell vom Rektor der Karlsuniversität bestätigt. Jiří Mrázek als Dekan der Prager Theologischen Fakultät wiedergewählt weiterlesen

„Wenn nicht du, wer dann? Wenn nicht jetzt, wann dann?“, fragt eine rollstuhlfahrende Studentin aus der Republik Moldau

fotka Mariana Morari 1Beim Treffen mit Mariana heute Nachmittag wurde eines sofort ersichtlich: ihr offenes Naturell. Tatsächlich hatten wir gerade begonnen, über Politik zu diskutieren, über ein Thema, das wohl selbst unter guten Bekannten selten zur Sprache kommt. Nach einem köstlichen Gedanken- und Meinungsaustausch erzählte sie mir dann ihre Geschichte. „Wenn nicht du, wer dann? Wenn nicht jetzt, wann dann?“, fragt eine rollstuhlfahrende Studentin aus der Republik Moldau weiterlesen

Zwei nagelneue Schulen entstehen, die dritte ist in Planung

BratrskaDie Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder ist Trägerin von sechs Schulen, die siebte, eine Grundschule in Brünn ist in Planung. Wir sind stolz auf das Konservatorium in Olomouc und die fähigen Absolventen der Sanitätsschule, der Mittel- und Fachhochschulen mit sozialem Schwerpunkt und mit Freude beobachten wir die Kinder der Brüderschule, die bislang die einzige Grundschule war. Das besondere an unseren Schulen ist ihre familiäre Atmosphäre, aber auch die Art, wie sie mit schwierigen Schülern umgehen. Zugleich werden sie bei Evaluationen als erfolgreich bewertet und die Absolventen finden größtenteils leicht eine Anstellung. Im Meer des tschechischen Schulsystems sind das nur ein paar Tropfen, aber wir sind dankbar für dieses Steinchen im Mosaik der Bildung. Zwei unserer Schulen bemühen sich schon seit einigen Jahren die Anzahl an Schülern erhöhen zu können und ihre Arbeit in neuen Schulgebäuden fortführen zu können, die den Anforderungen modernen Unterrichtens entsprechen. Die Anzahl der Neuanmeldungen an den evangelischen Schulen übersteigt deren derzeitige Aufnahmekapazitäten. Zwei nagelneue Schulen entstehen, die dritte ist in Planung weiterlesen

Die Diakonie macht Menschen mit Einschränkungen und Alkoholdemenz fit für die Arbeitswelt

Matteo práce na pasece 6Die Diakonie in Valašské Meziříčí, Osttschechien, betreibt zwei Bekleidungsgeschäfte und eine Reinigungsfirma. Diesen Herbst kam noch eine Pralinen-Manufaktur dazu. Die Besonderheit liegt darin, dass Menschen dort arbeiten können, die auf dem regulären Arbeitsmarkt nicht weiter kommen. Meist werden sie dort den Arbeitsansprüchen nicht gerecht, etwa im Hinblick auf das selbstständige Arbeiten. Dabei fehlt ihnen nicht das Geschick oder die Lust zu arbeiten. Wie kann man diesen Menschen helfen, damit sie eine Anstellung erhalten? Diese Frage beschäftigt die Diakonie in Valašské Meziříčí. Die Diakonie macht Menschen mit Einschränkungen und Alkoholdemenz fit für die Arbeitswelt weiterlesen

Bulletin 44 – Sommer 2018

Der Leitartikel

Liebe Leser,

wie groß ist die Freiheit in der wirtschaftlich boomenden Volksrepublik China? Wir wissen dazu manches und wundern uns nicht, dass Christen aus China fliehen. Ihr Leben ist tatsächlich in Gefahr.

Und es ist auch nicht verwunderlich, dass sie zu uns fliehen, in die freie Tschechische Republik, wo sie Verständnis und freundliche Aufnahme erwarten. Ihre Erwartungen werden enttäuscht, die politischen Verhältnisse in diesem freien Land sind nicht freundlich oder verständnisvoll, jedenfalls nicht gegenüber Migranten. Auch wenn die Mächtigen sich dabei auf den Begriff der christlichen Werte berufen. So verwendet ist der Begriff völlig sinnentleert und nichtssagend.

Und so können Sie in diesen Evangelischen Nachrichten aus Tschechien lesen, wie sich unsere Kirche gegenüber diesen Asylbewerbern verhält. Über den Widerstand der Kubaner gegen ihr Regime haben wir schon früher geschrieben, auch dieses Jahr hat unsere Kirche ihre Solidarität mit den kubanischen Dissidenten zum Ausdruck gebracht. Wir hoffen, dass sie an dem Programm, dass wir für sie in der Václav-Havel-Bibliothek durchgeführt haben, Freude hatten.

Und Ihnen, liebe Freunde, wünschen wir Freude am Sommer. Aber vor allem – halten wir die Freiheit hoch in Ehren, freuen wir uns, wenn wir nicht um sie kämpfen müssen. Sie ist ein hohes Gut.

Mit den besten Wünschen unserer Redaktion

Jana_PliskovaJana Plíšková

Tschechisch-ungarische Diskussionen zur Rolle der Kirche in der Gesellschaft

2_IMG_20180228_083431Leitende Vertreter der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) und der evangelisch-lutherischen Kirche in Ungarn (ELKU) trafen sich Ende Februar in Brünn. Sie sprachen unter anderem über das Schulwesen und die Finanzierung der Kirchen oder über Fragen der nationalen Identität. Tschechisch-ungarische Diskussionen zur Rolle der Kirche in der Gesellschaft weiterlesen

Roma unter uns. Die Geschichte einer Abiturientin

IMG_3891 - kopieEin schüchternes Klopfen ist zu hören. Dann wird die Tür aber ungestüm aufgerissen und zwei kleine Mädchen stürmen herein. Sie stürzen sich auf Andrea und bitten sogleich: „Andy, spielen wir Zucker- Kaffee?“ Andrea Bendíková wird umschlungen und antwortet geschwind: „Aber erst nach dem Nachhilfeunterricht, einverstanden?“ Die Mädchen stimmen zu. Roma unter uns. Die Geschichte einer Abiturientin weiterlesen

Drei Dinge, die ich bei meinem Studienaufenthalt in der Tschechischen Republik gelernt habe

Double degree programme fotka2Die Evangelisch-Theologische Fakultät in Prag (ETF) führte 2015/16 einen neuen Bachelorstudiengang ein, der in vielerlei Hinsicht innovativ und ungewöhnlich ist. Er wird in Zusammenarbeit mit der Diakonischen Fachhochschule (Diak) in Helsinki, Finnland, und der Internationalen Akademie für Diakonie und soziales Handeln, Mittel- und Osteuropa (Interdiac) im schlesischen Teil der Tschechischen Republik durchgeführt, und der Unterricht wird von Dozenten aller drei Institutionen gemeinsam abgehalten. Die Studenten sind sowohl an der ETF als auch an der Diak eingeschrieben, und mit ihrem Abschluss erwerben sie akademische Abschlüsse von beiden Partneruniversitäten. Das Studienprogramm heißt „Soziale Dienste mit Schwerpunkt auf Diakonie und christlicher sozialer Praxis“, und die Unterrichtssprache ist ausschließlich Englisch. Die meisten Studenten kommen aus östlichen europäischen oder außereuropäischen Staaten, und Ziel des Programmes ist es, ihnen sowohl theoretische als auch praktische Kenntnisse auf dem gesamten Gebiet der Sozialarbeit und der sozialen Dienste zu vermitteln, wobei auf einen partizipativen Ansatz, auf Befähigung zur Selbsthilfe und auf Gemeinwesenarbeit ein besonderer Fokus gelegt wird. Das Programm beinhaltet auch das Studium der Sozialarbeit im Umfeld der Kirchen und Glaubensgemeinschaften (Diakonie) ‒ ein Zusatzstudium, das die Absolventen befähigt, im kirchennahen Umfeld tätig zu werden. Die Studenten müssen im Rahmen des Studiums umfangreiche Praktika absolvieren. Drei Dinge, die ich bei meinem Studienaufenthalt in der Tschechischen Republik gelernt habe weiterlesen